Schmuggel nach China: Nvidias AI-Chips sollen verfolgbar und deaktivierbar sein
Trotz US-Sanktionen sind Millionen Nvidia-Chips nach China gelangt. Das wollen Gesetzgeber nun unterbinden, Nvidia könnte dazu verpflichtet werden, Tracker in die Chips einzubauen – die Technologie ist gemäß Medienberichten mitunter sogar bereits zum Teil vorhanden.
Der Schwarzmarkt boomt seit Jahren
Nvidia gab sich bisher stets unschuldig und erklärte, nach einem Verkauf könne man nicht wissen, wohin die Chips weiterverkauft werden. In den Jahren zuvor war es ganz klassisch oft noch Hongkong, Chips jeglicher Art wurden von dort über viele kleine Firmen und Mittelsmänner nach China und auch Russland gebracht.
In den Fokus rückte zu Jahresbeginn vor allem Singapur, Millionen an Chips gingen in den Stadtstaat, der solche Rechenzentren in derart großem Stil eigentlich gar nicht hat. Vermutet wurde schnell, dass dies das Sprungbrett für die Lösungen von Nvidia nach China war, vor wenigen Tagen hieß es, die Anklage gegen mehrere vermutlich Beteiligte könnte nun sogar noch ausgebaut werden. Insgesamt wurden in Singapur bisher neun Personen im Zusammenhang des Weiterverkaufs von Nvidia-Chips in Richtung China festgenommen.
Standort-Tracking plus Lizenzüberprüfung, sonst Abschaltung
Der Druck auf Nvidia wuchs damit auch zuhause erneut an. In den USA werden nun Gesetzesvorschläge vorbereitet, die Nvidia dazu zwingen würden, den Verbleib verkaufter Chips nachverfolgen zu können, schreibt Reuters. Neben dem Tracking der Chips nach dem Verkauf soll als zweiter wichtiger Punkt darin enthalten sein, dass wenn diese Chips doch in falsche Hände gelangen, aber nicht ordentlich lizenziert sind, diese vom Booten abgehalten werden sollen. Diese Lösungen wären damit faktisch deaktiviert und nutzlos. Die Technologien dafür wären allesamt nicht neu und sind zum Teil bereits bei anderen Produkten im Einsatz. Googles Chips werden hier als Beispiel angeführt.
Wie und wann so etwas letztlich aber umgesetzt werden könnte, steht dann noch auf einem anderen Papier. Dieses in großem Umfang zu realisieren, sei es über gesicherte Verbindungen zu Servern beim Unternehmen mit Ortsbestimmungen und entsprechenden Freigaben gemäß vorliegender Lizenzen, gilt als komplexes Verfahren, vor allem für bereits bestehende Lösungen im Markt. Für neue Produkte könnte dies aber schnell Realität werden.