AMD-Generationen­vergleich: Benchmark-Ergebnisse im Überblick

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DevPandi
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Wie im vorherigen Generationenvergleich soll es auch dieses Mal einen kleinen Einblick in die Technik der Chips geben. Dafür ist es allerdings wichtig, einen ersten Blick auf die Leistungsdaten der einzelnen Chips zu werfen und ebenso wird es Zeit einen Spoiler aus der Einleitung aufzulösen: In diesem Generationentest zeigt sich immer deutlicher, dass moderne Grafikkarten in 1080p bereits in ein CPU-Limit laufen und gebremst werden, der Wechsel von Ryzen 7 7800X3D auf Ryzen 7 9800X3D also einen Effekt hat.

Leistungszuwachs ohne RT

Performance Rating
Performance Rating – 1080p (AVG-FPS)
    • RX 9070 XT
      212
    • RX 7800 XT
      156
    • RX 6700 XT
      101
    • RX 5700 XT
      72
Einheit: Bilder pro Sekunde (FPS), Geometrisches Mittel

In diesem Generationenvergleich kann sich die RX 6700 XT um 41 Prozent im Mittel von der 5700 XT absetzen, die RX 7800 XT legt noch einmal 54 Prozent obendrauf, während sich die RX 9070 XT nur um magere 36 Prozent absetzen kann.

Die Abstände bei den Frametimes sind ähnlich: Die Sprünge von RX 5700 XT zu 6700 XT betragen 41 Prozent, die RX 7800 XT schafft 47 Prozent, die Radeon RX 9070 XT legt nur magere 24 Prozent zu.

WQHD (1440p) aus dem letzten Generationenvergleich wurde für diesen Test durch UHD (2160p) ersetzt und in dieser Auflösung können gerade die Radeon RX 7800 XT und 9070 XT durch ihre 16 GB VRAM auftrumpfen.

Performance Rating
Performance Rating – 2160p (AVG-FPS)
    • RX 9070 XT
      116
    • RX 7800 XT
      82
    • RX 6700 XT
      48
    • RX 5700 XT
      34
Einheit: Bilder pro Sekunde (FPS), Geometrisches Mittel

Die Abstände zwischen Radeon RX 5700 XT und 6700 XT verhalten sich so, wie sie sich in 1080p bereits abzeichneten: In 4K kann sich die 7800 XT im Mittel um stolze 70 Prozent von der 6700 XT absetzen und auch die Radeon RX 9070 XT legt nun um 41 Prozent zu. Bei den Frametimes sind die Sprünge ähnlich groß.

Leistungszuwachs mit RT

Richtig große Sprünge wiederum hat AMD seit RDNA 2 bei Raytracing gemacht, egal ob in 1080p oder 2160p, wobei sich auch hier zeigt, dass sich insbesondere die 7800 XT und die 9070 XT in 2160p noch einmal deutlicher von ihren Vorgängern absetzen können.

Performance Rating
Performance Rating – 1080p (RT, AVG-FPS)
    • RX 9070 XT
      123
    • RX 7800 XT
      77
    • RX 6700 XT
      46
Einheit: Bilder pro Sekunde (FPS), Geometrisches Mittel
Performance Rating
Performance Rating – 2160p (RT, AVG-FPS)
    • RX 9070 XT
      58
    • RX 7800 XT
      35
    • RX 6700 XT
      16
Einheit: Bilder pro Sekunde (FPS), Geometrisches Mittel

So beträgt der Unterschied in 1080p zwischen der RX 6700 XT und der 7800 XT schon 65 Prozent bei den mittleren FPS und 88 Prozent bei den Frametimes, in 2160p kann die 7800 XT ganze 117 Prozent herausholen und bei den Frametimes noch mal bessere 132 Prozent. Hier zeigt sich, dass 12 GB VRAM für 2160p gerade bei RT zu wenig ist. Die Steigerung um 68 Prozent der Radeon RX 9070 XT wirkt dagegen schon gering.

Die technischen Hintergründe

RDNA 1 – die Ausgangslage

Auf die Unterschiede zwischen Vega als letzte Graphic-Core-Next-Iteration (GCN) und RDNA 1 wurde ausführlich im vergangenen Generationenvergleich eingegangen.

AMD RDNA 1 – Compute Unit
AMD RDNA 1 – Compute Unit (Bild: AMD)

RDNA 2 – Infinity Cache und mehr Takt

Mit RDNA 2 führte AMD den Infintiy-Cache und Hardware-Raytracing ein, ansonsten sind die Änderungen gegenüber RDNA jedoch überschaubar.

RDNA 2 stellte primär die Kompatiblität mit DirectX 12 Ultimate und DXR her. Betrachtete man den Leistungsunterschied zwischen Radeon RX 5700 XT und 6700 XT, so kam dieser primär aus der Taktsteigerung von 35 Prozent sowie dem Infinity-Cache, mit dem die Daten deutlich schneller geladen werden konnten als beim Laden aus dem VRAM. Zudem war der Infinity-Cache förderlich für die Effizienz. Je näher die Daten liegen, umso weniger Energie wird für deren Transfer benötigt.

RDNA 3 – Etwas TeraScale, bitte!

Den nächsten größeren Umbau erfuhr Navi mit RDNA 3, auch wenn es sich dieses Mal um eine Evolution handelte und keinen so radikalen Umbau wie noch RDNA selbst.

AMD RDNA 3 – Compute Unit
AMD RDNA 3 – Compute Unit (Bild: AMD)

AMD implementierte in die VALU, die bisher 32 Werte verarbeitet, die Option, mit 64 Werten zu arbeiten. Die Besonderheit der neuen VALU war dabei die Fähigkeit, entweder zwei unabhängige Wave32-Operationen, oder eine Wave64-Operation zu verarbeiten. Es gab dabei allerdings einige Einschränkungen und der Treiber gewann – wie bei TeraScale – wieder an Bedeutung.

Denn nicht die Hardware entschied (wie zum Beispiel bei dem Out-of-Order-Prinzip in modernen CPUs), welche Operationen parallel ausgeführt werden können, sondern der Treiber, der dazu X- und Y-Befehle in einer VLIW2-Operation bündelt. Dabei hat der Treiber einiges zu beachten.

Neben diesen Änderungen führte AMD mit RDNA 3 den AI-Accelerator ein, der allerdings kein vollwertiger Tensor- oder Matrix-Kern ist, sondern die Daten so aufbereitet, dass diese effektiver von den VALU verarbeitet werden können.

RDNA 4 – gelöste Taktschraube und mehr RT

Auf der Hardwareseite ist RDNA 4 ähnlich wie RDNA 2 überwiegend als langweilig zu bezeichnen. Denn RDNA 4 ist in weiten Teilen mit RDNA 3 identisch, hat allerdings unter der Haube einige Änderungen erfahren.

AMD RDNA 4 Compute Engine
AMD RDNA 4 Compute Engine (Bild: AMD)

So wird für AI-Workloads das Datenformat FP8 eingeführt, ebenso gibt es in der ISA neue Operationen. Wesentlich interessanter ist in dem Fall das, was AMD beim Raytracing eingeführt hat, auch wenn hier bereits RDNA 3 einige Änderungen brachte. Auf die genauen Unterschiede zwischen RDNA 3 und RDNA 4 wurde bereits im Bericht zur Vorstellung von RDNA 4 genauer eingegangen.

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