AMD-Generationenvergleich: Die Benchmark-Ergebnisse im Detail
3/4Bevor es zu einer Detailbetrachtung der einzelnen Spiele kommt, muss an dieser Stelle auf einige Neuerungen dieses Generationenvergleiches eingegangen werden. Auf Wunsch der Community werden dieses Mal nicht nur die durchschnittlichen FPS und Frametimes als Diagramme zur Verfügung gestellt, sondern auch der Verbrauch sowie die daraus ergebende Effizienz.
Achtung bei der Effizienz!
Wichtig ist dabei, dass der Verbrauch über das Capture-Tool ermittelt wurde und erst seit RDNA 3 AMD die Total Board Power ausgibt, womit die ganze Grafikkarte gemeint ist. RDNA 1 und RDNA 2 geben die Thermal-Design-Power aus, womit nur der Verbrauch der GPU ermittelt wird. Die Effizienzdiagramme sind an der Stelle zu Gunsten von RDNA 1 und RDNA 2 verschoben.
Wie in den vorherigen Tests finden sich die Einstellungen in den Screenshots wieder. 1080p und 2160p wurden mit den gleichen Qualitätseinstellungen getestet, in 2160p wurde, sofern möglich, FSR mit der Einstellung Quality aktiviert.
Anno 1800
Anno 1800 stellt in 1080p weder eine RX 5700 XT noch eine RX 9070 XT wirklich vor eine Herausforderung, 60 fps sind in der Regel im Mid-Game kein Problem. Und auch 2160p mit FSR ermöglichen auf allen Grafikkarten ein flüssiges Spielgefühl.
Interessanter wird da der Blick auf die Effizienz. So ist die RX 6700 XT knapp 22 Prozent effizienter als die RX 5700 XT, RDNA 3 kann hier weder in 1080p noch 2160p zulegen und erst RDNA 4 kann sich um 15 Prozent wieder absetzen. Es ist allerdings zu beachten, dass hier das Bild etwas zu Gunsten von RDNA 2 verzogen ist. Die Betrachtung sollte daher auf RDNA 1 zu RDNA 2 sowie RDNA 3 zu RDNA 4 gelegt werden.
Cyberpunk 2077
Der Blick auf die FPS offenbart in Cyberpunk 2077 einige interessante Einblicke. So kann sich RDNA 2 um knapp 30 Prozent von RDNA 1 absetzen, RDNA 3 wiederum legt deutlich stärker zu und kann sich um mindestens 58 Prozent absetzen. In 1080p wiederum rennt die RX 9070 XT zum Teil in ein CPU-Bottleneck und legt im Minimum nur um 20 Prozent zu, erst in 2160p sind es deutlich stärkere 31 Prozent im Minimum.
Das Bild bei den FPS zeichnet sich auch bei der Effizienz wider. In 1080p legt RDNA 4 nur um magere sechs Prozent zu, erst in 2160p werden es deutlich bessere 23 Prozent.
Gerade bei Raytracing kann sich sowohl RDNA 3 als auch RDNA 4 jeweils deutlich von den Vorgängern absetzen. In 2160p kommt dabei der RX 7800 XT erneut die 16 GB VRAM zu gut, wodurch diese sogar um 175 Prozent bei den Frametimes zulegen kann, dagegen sind die 109 Prozent der RX 9070 XT schon enttäuschend, wobei sich das Bild in 1080p zu Gunsten der RX 9070 XT dreht, denn hier kann die 7800 XT sich nur um 83 Prozent bei den Frametimes absetzen, RDNA schafft hier deutlich bessere 115 Prozent.
Bei der Effizienz geht RDNA 4 als Siegerin aus diesem Generationenvergleich bei RT in Cyberpunk. RDNA 3 kann um 34 beziehungsweise 60 Prozent zulegen, RDNA 4 übertrifft mit 80 sowie 86 Prozent diese Werte noch einmal.
Diablo2: Resurrected
In Diablo 2 lässt sich zwischen allen Generationen entsprechende Leistungssprünge feststellen. Gerade die Radeon RX 7800 XT kann dabei wieder sehr stark zulegen, was auch an dem deutlichen Plus an Shadern liegt. Eine kleine Anomalie gibt es zwischen RDNA 3 und RDNA 4 bei den Frametimes in 1080p.
Bei der Effizienz kann – gerade in 2160p – jede Generation sich von den jeweiligen Vorgängern absetzen. In 1080p gewinnt RDNA 4 deutlicher gegen RDNA 3.
Doom: Eternal
In Doom: Eternal gibt es keine wirklichen Auffälligkeiten. Jede Generation kann sich deutlich von der Vorgängergeneration absetzen. Einzig in 2160p kann sich die RX 6700 XT etwas deutlicher von der Radeon RX 5700 XT absetzen.
Bei der Effizienz zeichnet sich ein ähnliches Bild ab wie bei den FPS. RDNA 2 kann sich dabei deutlicher von RDNA 2 absetzen als RDNA 4 von RDNA 3.
Die RT-Last in Doom: Eternal ist eher als leicht zu bezeichnen, während sich in Cyberpunk 2077 deutliche Sprünge abzeichnen mit einer Verdopplung der FPS zwischen den Generationen, sind es in Doom: Eternal zwischen RDNA 2 und 3 in 2160p gerade einmal 50 Prozent bei den Frametimes und auch RDNA 4 kann um nur 66 Prozent zulegen.
Horizon: Forbbiden West
Während in 1080p sich jede Navi-Generation wie erwartet verhält und nichts Außergewöhnliches passiert – im Schnitt legt jede Generation um mindestens knapp 30 Prozentpunkte zu, zeigt sich in 2160p RDNA 2 besonders stark. Die 8 GB VRAM der Radeon RX 5700 XT sind an der Stelle einfach zu wenig.
Während in 1080p sich RDNA 2 knapp 50 Prozent Bilder pro Watt berechnen kann, ist die Effizienzsteigerung in 2160p mit 70 Prozent noch ein gutes Stück deutlicher. Es zeigt sich bei solch einem Test dann auch, dass auch die richtigen Einstellungen über die Effizienz einer Karte bestimmen können.
Oblivion: Remastered
In Oblivion: Remastered können zwei Beobachtungen angestellt werden. In 1080p legt jede Navi-Generation um knapp 50 Prozent an Leistung zu und in 1080p reichen die 12 GB VRAM der Radeon RX 6700 XT auch für RT, in 2160p geht dieser jedoch der VRAM aus und bei den Frametimes kann RDNA 3 damit um gewaltige 289 Prozent zulegen, die 52 Prozent der Radeon RX 9070 XT gehen da schon fast unter.
Diese Diskrepanz in 2160p spiegelt sich auch in der Effizienz wider. Während in 1080p alle Grafikkarten um jeweils knapp 15 Prozent zulegen, ist der Sprung in 2160p zwischen RDNA 2 und RDNA 3 gewaltig, mit 50 Prozent.
Overwatch
Overwatch scheint gerade RDNA 4 besonders gut zu liegen, während RDNA 2 und RDNA 3 um 40 bis 50 Prozent zu der jeweiligen Vorgängerin zulegen, springt RDNA 4 um knapp 80 Prozent in 1080p und immer noch gute 63 Prozent in 2160p. Eine Anomalie stellen die Frametimes in 1080p dar, die sogar um 118 Prozent zulegen kann. Am Ende lässt sich diese Anomalie jedoch dadurch erklären, dass es auf der Radeon 7800 XT einen Frame-Drop im ersten Lauf gab, so wurde bei diesem knapp 139 fps bei den Frametimes gemessen, während andere Läufe mit 280 fps eingingen. Einer der Gründe, warum immer 3 Testläufe stattfinden.
Auch bei der Effizienz kann RDNA 4 sich deutlich von RDNA 3 absetzen, während RDNA 3 sich deutlich von RDNA 2 absetzen kann und der Sprung von RDNA zu RDNA 2 mit 18 Prozent schon eher mickrig ist.
Quake 2 RTX
Warum Quake 2 RTX in diesem Generationenvergleich, wenn sich auch Cyberpunk 2077 mit PT, Alan Wake 2 oder andere moderne Path Tracer anbieten? Die Antwort ist sehr einfach: Quake 2 RTX ist ein Studentenprojekt, das von Nvidia gesponsort wurde und doch weitgehend noch Hardware agnostisch entwickelt wurde. Bei allen neueren Path Tracern ist Nvidia sehr stark in die Entwicklung involviert und es wird auch Gebrauch von Features gemacht, die aktuell nur in der nvapi vorhanden sind. Nvidia hat viele diese Funktionen Microsoft zur Implementierung in DirectX12 und DXR vorgeschlagen, jedoch kann aktuell weder AMD noch Intel auf diese Funktionen zurückgreifen. Der Spielball liegt hier aktuell bei Microsoft. Quake 2 RTX ermöglicht einen Blick auf einen Path Tracer, ohne diese speziellen Funktionen. In 1080p kann sich dabei RDNA 3 deutlich stärker von RDNA 2 absetzen als RDNA 4 von RDNA 3 und auch in 2160p zeichnet sich dieses Bild ab. Hier könnte die Sortierung der Shader anhand der Speicherzugriffe der entscheidende Punkt sein, den AMD mit RDNA 3 eingeführt hat.
Ratchet & Clank: Rift Appart
In 1080p zeigt sich ein weitgehend gewohntes Bild, und jede Generation kann deutlich von der jeweiligen Vorgängerin absetzen. Bei den Frametimes gibt es dabei einen Ausreißer, bei RDNA 4, hier sind es nur geringe 12 Prozent. Die RX 7800 XT schafft zu der Vorgängerin deutliche 132 Prozent. Hier zeigt sich erneut, dass 12 GB VRAM bei AMD bereits jetzt zu wenig sein können und das auch schon in 1080p. Durch den VRAM-Mangel deklassiert RDNA 3 die Vorgängerinnen dann vollständig in 2160p.
Entsprechend den Problemen der Radeon RX 5700 XT und 6700 XT, kann jede Generation einen ordentlichen Sprung bei der Effizienz hinlegen.
Starfield
Starfield ist einer der Vorzeigetitel für die RDNA 3 Architektur und entsprechend stark kann sich die Radeon RX 7800 XT von der 6700 XT absetzen. Egal ob 2160p oder 1080p in beiden Auflösungen sind mindestens 55 Prozent bei den durchschnittlichen FPS drinnen und auch die Frametimes können ähnlich stark zulegen. Der Sprung anschließend zur RX 9070 XT dagegen ist eher klein, auch wenn sowohl in 1080p und 2160p Steigerungen zwischen 30 – 40 Prozent vorhanden sind. Die RX 6700 XT wiederum kann sich nur 23 Prozent absetzen.
Bei der Effizienz gibt es zwischen jeder Generation einen Zugewinn, wobei die RX 6700 XT am meisten zulegt. In 1080p fällt RDNA 4 bei der Effizienz etwas ab.
Total War: Warhammer 3
In 1080p zeichnet sich bei Total War: Warhammer 3 ein CPU-Bottleneck ab, so kann Navi 48 nur 14 Prozent im Mittel zulegen und verliert gegen Navi 32 sogar im Duell bei den Frametimes, während Navi 22 am stärksten zulegt. Erst in 2160p zeigt die RX 9070 XT ihre Kraft und kann die Frametimes und mittleren FPS um über 40 Prozent steigern.
Während die Radeon RX 9070 XT sich in 1080p nicht wirklich von der RX 7800 XT absetzen kann, legt die Effizienz jedoch um deutliche 40 Prozent zu und auch in 2160p sind es immerhin 28 Prozent.
Warhammer 40.000: Space Marines 2
Space Marines 2 zeigt ein vertrautes Bild, alle Grafikkarten können sich von den Vorgängern in beiden Auflösungen im erwartbaren Rahmen absetzen. Erneut schneidet im direkten Vergleich RDNA 3 etwas besser ab als RDNA 4 und RDNA 2.
Bei der Steigerung der Effizienz geht RDNA 2 als Siegerin hervor, während RDNA 3 und RDNA 4 knapp dahinter liegen.