Habu schrieb:
Genau die Einbeziehung vom Publikum ist doch das Problem von Veilguard.
Rick Rubin bringt es auf den Punkt:
Das ist imho auch das große Problem an vielen modernen Franchisereihen: Die Filme werden von einem Komitee geplant und wenn dann grundlegende Story (und wie sie in die Story des Franchises passt) fertig sind sucht man sich DrehbuchautorEN und Regisseur.
Da ist niemand dabei der den Film für sich selbst machen will, das soll alles für das größtmögliche Publikum gemacht werden und wird deshalb völlig kantenlos und auch austauschbar.
Diese Filme kann man nicht schauen weil man den Stil des Regisseurs mag - der kommt gar nicht zum tragen, wenn man diese Filme per KI drehen lassen könnte würden die Filmstudios es sofort tun - sondern nur weil man die Geschichte des Franchises mag. Aber viel interessanter sind dann imho doch die Filme wo man den Regisseur mag und die Geschichte eigentlich nicht sooo interessant findet, aber weiß, dass der Regisseur einen im Verlauf des Films schon überzeugen wird.
Steven Spielberg hat so viele völlig unterschiedliche Filme gemacht, aber egal ob es nun um Dinosaurier, Außerirdische oder den Holocaust oder zweiten Weltkrieg selbst geht - das sind alles außerordentliche Filme und sie begeistern alle, jeder für sich selbst.
Oder die Werke von James Cameron, der mit Terminator, Titanic und Avatar völlig unterschiedliche Filme geschaffen hat.
Oder Stanley Kubrick, der von schwarzer Komödie, Science-Fiction, Horror und Antikriegsfilm das gesamte Spektrum bearbeitet hat.
Das waren alles Herzensangelegenheiten für diese Regisseure und das fühlt man...
Das ist alles viel interessanter als "Oh, was werden denn die neuen Abenteuer von Iron Man/Thor/Spiderman etc. sein?"
habla2k schrieb:
Nö, eogentlich nicht. Warum muss sich zu Inhalten eines Spiels die mir nicht gefallen sofort eine Gegenbewegung formen? Warum lässt man das Spiel nicht einfach links liegen und spielt was anderes?
Wahrscheinlich der Apple-Effekt: Was auch immer Apple neu einführt wird von Gegnern der Firma kritisiert, selbst wenn sie niemals ein iPhone hatten und niemals eines kaufen werden. Warum? Sie haben Angst das was Apple einführt wird erfolgreich und von anderen Firmen zukünftig kopiert!
Und so haben diese Kritiker hier einfach Angst, dass Dragon Age Veilguard, Dustborn, Concord etc. erfolgreich werden und kritisieren diese Spiele selbst wenn sie sich für das Genre überhaupt nicht interessieren.
Replay86 schrieb:
Die wollen es nicht lernen. Concord ist bestimmt auch geflopt wegen des "Konzepts".
Concord ist gefloppt weil das Spiel ein seelenloser Titel in einem bereits gut versorgten Genre war, mit katastrophalem (aka keines!) Marketing. Ich hatte vor dem Release immer wieder mal mitbekommen, dass Sony an Concord arbeitet, aber das klang für mich alles komplett egal und ich hatte nicht das leiseste Verlangen mich dafür zu interessieren. Ob in dem Spiel Pronomen explizit genannt werden - um das mitzukriegen war mir das Spiel viel zu egal!
Feierbiest schrieb:
Habe ich gemacht und wenn man die Verkaufszahlen so ansieht wohl jede Menge ehemaliger Drage Age Spieler.
Inquisition hat 12 Mio Einheiten verkauft, Veilguard 1.5 Mio Spieler "engaged", die Verkaufszahl dürfte daher deutlich unter dieser Marke liegen.
Sprich man hat einfach mal 85% der ehemaligen Fans verloren.
habla2k schrieb:
Wobei da auch die Frage ist, ob viele Veilguard nicht gekauft haben, weil sie von Inquisition so enttäuscht waren.
@habla2k Du sprichst da einen wichtigen Punkt an, den ich noch kontextualisieren möchte:
Soweit ich das wahrgenommen habe ist Dragon Age eine Reihe bei der die Spieler absolut immer vom jeweils neuen Spiel vollkommen enttäuscht waren, nach dem ersten Teil.
Dragon Age Origins wird von allen gelobt und Teil 2 wurde von den Fans aufgrund einer neuen Ausrichtung gehasst, Inquisition wurde von den Fans aufgrund einer neuen Ausrichtung gehasst und Veilguard natürlich auch.
Im Endeffekt wollen wohl irgendwie alle Teil 1 zurück und alle Teile danach waren kein "echtes Dragon Age".
Sierra1505 schrieb:
@.Sentinel.
Eigentlich müsste man allen Interessierten zu diesem Thema per Zwang mal als prägnantes Beispiel für das Sub-Thema starker weiblichere Charaktere, Alien 1+2 sowie She Hulk auferlegen.
Wobei die Charaktere in Alien 1 alle geschlechtsneutral geschrieben wurden, Ripley hätte also auch als Mann gecastet werden können.
(Theoretisch würde man den Film aber in der Woke Games Liste auch als "woke" bezeichnen, schließlich sind da gleich zwei weibliche "Trucker").
In Aliens ist ihre Rolle aber natürlich schreiend offensichtlich weiblich ausgelegt, ihre Charakterisierung als Ersatzmutter von Newt (nachdem sie ihre eigene Tochter insbesondere in der Special Edition verloren hatte) und wenn man will auch noch dem Konflikt zweiter Mütter (Ripley <-> Alienkönigin) bedingen das
(Fun Fact: Lambert, die Navigatorin der Nostromo, wird in der Befragung von Ripley durch die Firma in Aliens auf den Displays im Hintergrund als Transfrau offenbart)