News EHD-Kühlung: Ventiva zeigt lautlose Solid-State-Kühlung mit Ionenwind

Ich bin da zwiegespalten. Technisch sehr interessant, aber ich vermute, dass der Ionenwind für den Aufwand zu schwach sein wird. Und nebenbei erzeugt das Hochtransformieren der Spannung zusätzliche Wärme und man hat zusätzliche Elektronik im Laptop, die ausfallen kann und natürlich deutlich teurer sein dürfte. Ozon und Co. kommen noch oben drauf
Zu viele Nachteile in der Praxis, ich glaube nicht, dass das was wird.
 
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@wuselsurfer nicht bei Geschwindigkeiten in Größenordnung m/s. Für Bremsstrahlung braucht es relativistische Geschwindigkeiten. Das braucht mehr als ein paar kV damit nicht ionisierte Teilchen relativistisch gehen.

CERN liegt bei 485 Kilovolt (kV) pro Passage, modernere Teilchenbeschleuniger eher im Bereich von Megavolt.
 
Rickmer schrieb:
Ja der Notebook-Lüfter ist natürlich besser von der Performance. Aber klingt bei Last gerne wie ein abhebender Jet. Ich habe schonmal Gerüchte gehört, dass das nicht jedem gefällt.
Klar, bei 1-2 CFM klingt ein Lüfter wie ein Jet. Wie wäre es wie ne gescheiten Lüfter zu verbauen?

Das ist interessant, da es dem Hersteller mehr Flexibilität beim Design gibt und es potentiell leiser ist. Nachteile sind die höhere Komplexität, höhere Kosten und weniger Flexibilität bei der Kühlleistung. Denn ein Lüfter kann ich auf Minimum laufen lassen bei mäßiger Last oder auch im Idle ausstellen, aber ich kann den auch schnell drehen lassen und dann sehe hohe TDP abführen, wenn notwendig.

Die weiteren wichtigen Punkte sind nicht so leicht objektiv zu bewerten. Das ist Kühlleistung pro Watt, pro Volumen und pro Gewicht. Das Kühlsystem im Asus Desktop ist riesig. Ich bezweifel, dass das kompakter ist als ein Lüfter. Sieht eher aus wie ein früher Prototyp.
 
Rickmer schrieb:
@wuselsurferFür Bremsstrahlung braucht es relativistische Geschwindigkeiten.
Mit 2 kV bekomme ich Elektronen auf fast 6.000 km/h oder so.
Die zugehörige Wellenlänge der Röntgenstrahlung beträgt ca. 620pm nach dem Duane-Hunt Gesetz

Mit den 27kV Beschleunigungsspannung der ersten Farb-TVs hatten die Elektronen so 90.000 km/h drauf, wenn sie in die Leuchtschicht einschlugen, haben wir mal in Atomphysik an der Uni ausgerechnet.

Das ist fast 1/3 Lichtgeschwindigkeit.

Rickmer schrieb:
Das braucht mehr als ein paar kV damit nicht ionisierte Teilchen relativistisch gehen.
Wie beschleunigt man ungeladen Teilchen?
Bei CERN sehe ich nur Beschleuniger für geladene Teilchen (Ionen, Elektronen, Positronen, Protonen).

Und hier werden ja auch Ionen beschleunigt und reißen die ungeladenen Luftmoleküle mit.
Zwei Elektroden stehen dabei unter Hochspannung. An einer Elektrode werden Luftmoleküle ionisiert, also elektrisch geladen. Das starke elektrische Feld beschleunigt diese geladenen Teilchen in Richtung der anderen Elektrode. Auf ihrem Weg stoßen sie mit neutralen Luftmolekülen zusammen und „schieben“ diese mit.

Natürlich ist ein Proton 1836 mal schwerer als ein Elektron und ein Neutron als zweiter Kernbestandteil ist noch um ein Elektron schwerer.
Das bremst beim Anschieben und die Kerne von Sauerstoff und Stickstoff haben ja 16 und 14 fache atomare Massen, die sind eben noch träger, als ein Proton mit umgebenden Elektron (Wasserstoff).
Kreisen sagt man ja nicht mehr bei der Elektronenbahn, das sind Orbitale.

Aber irgendwo werden die Ionen ja dann aufprallen und dann gibt es Bremsstrahlung, wenn sie nicht von einem anderen Luftmolekül gebremst werden.
Abhängig ist das von der mittleren freien Weglänge der Ladungsträger.
In Luft dürfte die nicht allzu groß sein, daher auch das Vakuum in der Bildröhre.
 
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wuselsurfer schrieb:
Mit 2 kV bekomme ich Elektronen auf fast 6.000 km/h oder so.
Klar, aber irrelevant weil das Teil von Ventiva keine Elektronen beschleunigt.

Selbst wenn man das anliegende Potenzial umdrehen würde: freie Elektronen müsste man auch erstmal erzeugen per Thermionischer Quelle, Photokathode oder Feldemission. Das besitzt das Teil hier nicht.

wuselsurfer schrieb:
Wie beschleunigt man ungeladen Teilchen?
Nicht, aber es gibt 'geladen' und es gibt 'GELADEN', sozusagen.

Ventiva haut hier durch Präsenz einer Elektrode in Luft fast ausschließlich nur ein Elektron aus der äußeren Hülle von Gasen in der Luft, mit dem Ergebnis N₂⁺, O₂⁺ oder CO₂⁺. Damit kann man die Partikel beschleunigen, aber das Verhältnis von Ladung zu Gewicht der Moleküle ist sehr gering. Daher kommt man nicht auf sonderlich hohe Geschwindigkeiten.
(Laut schneller Schätzung von AI kommen einzelne Moleküle auf maximal ca. 50m/s, was ich jetzt nicht nachrechnen möchte aber für mich vollkommen plausibel klingt.)

Im Vergleich dazu werden im Teilchenbeschleuniger so viele Elektronen wie möglich entfernt. Selbst bei sehr großen Atomen wie Blei werden teils nahezu alle Eletronen entfernt. Dann landet man z.B. bei dem irrsinnig stark geladenen Pb⁸¹⁺.
https://cds.cern.ch/record/2695248

wuselsurfer schrieb:
Aber irgendwo werden die Ionen ja dann aufprallen und dann gibt es Bremsstrahlung, wenn sie nicht von einem anderen Luftmolekül gebremst werden.
Abgesehen davon, dass 'anderes Luftmolekül treffen' der Sinn der Übung ist um eine größere Luftmasse in Bewegung zu versetzen...

... sind die Moleküle noch immer viel zu langsam um Bremsstrahlung zu erzeugen. Sonst wären solche Ionenwind-Startups auch nicht immer wieder am Marktstart für Consumer-Anwendungen.
 
wuselsurfer schrieb:
Mit den 27kV Beschleunigungsspannung der ersten Farb-TVs hatten die Elektronen so 90.000 km/h drauf, wenn sie in die Leuchtschicht einschlugen, haben wir mal in Atomphysik an der Uni ausgerechnet.

Das ist fast 1/3 Lichtgeschwindigkeit.
Du meinst wohl 90.000 km/s, sonst wären es nur 0,008% der Lichtgeschwindigkeit ;)
 
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Joshua2go schrieb:
Noch mehr Elektrosmog im Rechner, leider nicht g*il.:kotz:
Ich frag mal. Was macht dieser "Elektrosmog" denn so?
Ergänzung ()

wuselsurfer schrieb:
90.000 km/h drauf, wenn sie in die Leuchtschicht einschlugen, haben wir mal in Atomphysik an der Uni ausgerechnet.

Das ist fast 1/3 Lichtgeschwindigkeit.
Die Lichtgeschwindigkeit beträgt ca 300.000 km pro Sekunde, nicht Stunde.
 
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Rickmer schrieb:
Selbst wenn man das anliegende Potenzial umdrehen würde: freie Elektronen müsste man auch erstmal erzeugen per Thermionischer Quelle, Photokathode oder Feldemission.
Geht in jeder Elektronenröhre.
Aber da fehlt hier das Vakuum für die freie Weglänge.

Rickmer schrieb:
(Laut schneller Schätzung von AI kommen einzelne Moleküle auf maximal ca. 50m/s, was ich jetzt nicht nachrechnen möchte aber für mich vollkommen plausibel klingt.)
Alleine die thermische Geschwindigkeit ist wesentlich schneller (400 ... 500 m/s).
Aber bei der starken Streuung in der Luft kann das stark abgebremst werden, das stimmt.

Also hab ich Quatsch erzählt mit der Bremsstrahlung.

Rickmer schrieb:
Nicht, aber es gibt 'geladen' und es gibt 'GELADEN', sozusagen.
Hypergeladen?

Rickmer schrieb:
Im Vergleich dazu werden im Teilchenbeschleuniger so viele Elektronen wie möglich entfernt. Selbst bei sehr großen Atomen wie Blei werden teils nahezu alle Eletronen entfernt. Dann landet man z.B. bei dem irrsinnig stark geladenen Pb⁸¹⁺.
https://cds.cern.ch/record/2695248
Das wußte ich auch noch nicht.

Rickmer schrieb:
... sind die Moleküle noch immer viel zu langsam um Bremsstrahlung zu erzeugen. Sonst wären solche Ionenwind-Startups auch nicht immer wieder am Marktstart für Consumer-Anwendungen.
Ja, da hast Du wohl Recht.


metoer schrieb:
Du meinst wohl 90.000 km/s, sonst wären es nur 0,008% der Lichtgeschwindigkeit ;)
Das war ein Schreibfehler.
Die Elektronen haben da wirklich 90.000 km/Sekunde drauf.
 
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Alphanerd schrieb:
Ich frag mal. Was macht dieser "Elektrosmog" denn so?
Ich denke der einzige "Smog" der da entsteht ist das Ozon.
Den würde ich zwar auch auf keinen Fall am Schreibtisch haben wollen (auch nicht wenn der angeblich gefiltert wird), aber das wars wohl.
 
wuselsurfer schrieb:
Geht in jeder Elektronenröhre.
In anderen Worten, eine thermoionische Quelle. Welche nicht vorhanden ist.

Aber wenn sie existieren würde, wäre bei der vorhandenen Polung damit zu rechnen, dass das Mainboard im Laptop mit den Elektronen bombadiert wird... was sich ganz bestimmt nicht negativ auf den Betrieb auswirken würde...

wuselsurfer schrieb:
Ich musste nochmal nach googeln, aber anscheinend nennt sich das hochgeladene Ionen (oder auch HCI für Highly Charged Ions).

Weil HCI als Abkürzung ja sonst völlig unbelegt ist.
hust Hyper Converged Infrastructure hust
Wobei HCI im Serverraum wohl eine deutlich neuere Verwendung der Abkürzung ist.

Und im Labor keinerlei Risiko auf Verwechslung mit HCl (Wasserstoffchlorid oder häufiger wohl in der Form von Salzsäure) besteht.
 
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the_IT_Guy schrieb:
Eh ich eine "Ki" belästig. Lieber mal Leute fragen die sich mit sowas auskennen.
Was hindert Ventiva auf 20kV zu gehen? Natürlich mit entsprechend noch weniger Ampere. Wäre da nicht mehr Ionenbewegung drin?
Bei sehr hohen Spannunen kann es eher zu Überschlägen kommen. Besonders bei wenig Platz kann das zum Problem werden. Das Stichwort dazu ist das Paschen-Gesetz.
 
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Innovative Lösungen. Aber was kostet das zum Schluss?
 
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Beim Lesen der Beschreibung mit dem dünnen Draht, musste ich an eine Glühbirne denken.
 
Ich Frage mich, ob die Drähte nicht wie verrückt Staub anziehen und dann ziemlich schnell verdrecken?
 
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Elektrohydrodynamische Kühlung nutzt elektrische Felder statt mechanischer Lüfter, um Luft (oder eine Flüssigkeit) zu bewegen. Zwei Elektroden stehen dabei unter Hochspannung. An einer Elektrode werden Luftmoleküle ionisiert, also elektrisch geladen. Das starke elektrische Feld beschleunigt diese geladenen Teilchen in Richtung der anderen Elektrode.
Das Prinzip kannte ich bisher nur aus der Fertigung, um ESD-Schäden zu minimieren (mittels Luftionisator).
Wie gut die Kühlung am Ende wirklich ist, muss sich noch zeigen.
 
Lian Li O11 Vision-M
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