Ich habe über Weihnachten das GeForceNow Ultimate-Abo für 10 € getestet – und ehrlich gesagt viel weniger erwartet, als ich am Ende tatsächlich bekommen habe. Mein Setup war simpel: ein alter Xbox-360-Controller, direkt am TV angeschlossen, die GFN-App installiert und anschließend Steam- und Epic-Store synchronisiert. Kein Gaming-PC, keine Konsole, keine Zusatzhardware.
Getestet habe ich The Witcher 3 (über die Steam-Familienfreigabe meiner Tochter). Das Spiel lief auf einer RTX-5080-Instanz mit maximalen Grafikeinstellungen absolut stabil: 4K, 120 fps, HDR, keine Ruckler, keine spürbare Latenz. Die Session startete sofort, ohne Wartezeit – ein Punkt, an dem viele Cloud-Gaming-Dienste bislang schwächeln. Auch Half-Life 2 mit RTX - ein Genuss.
Positiv überrascht hat mich auch das Install-to-Play-Modell. Für Spiele, die nicht direkt im klassischen GFN-Streaming verfügbar sind, stehen 100 GB Cloud-Speicher zur Verfügung. Damit lassen sich auch größere Titel nutzen, ohne lokal irgendetwas installieren zu müssen. Die Installation geht pfeilschnell.
Die integrierte Suche funktioniert gut, und bei aktuell 5.033 unterstützten Spielen findet man sehr schnell, was läuft – oder eben nicht. Eine Auflistung der Spiele, die unterstützt werden? Kostenlosen Account anlegen und die SuFu nutzen. Oder eben seinen eigenen Store synchronisieren und schauen, welche Spiele unter “Meine Bibliothek” angezeigt werden. Simpel.
Warum GFN für mich aktuell vorne liegt?
Weil sich GFN für mich sehr deutlich von der Konkurrenz abhebt:
Ich nutze meine bestehenden PC-Stores (Steam, Epic, Ubisoft, BattleNet oder XBOX). Die Spiele gehören mir weiterhin, GFN ist im Prinzip nur die leistungsstarke Cloud-Hardware dahinter. Features wie RTX, DLSS und Reflex laufen serverseitig, ohne dass ich mich um Hardware-Upgrades kümmern muss.
Unterm Strich heißt das für mich:
Ich brauche keinen teuren Gaming-PC mehr und auch keine Konsole, deren Preis-Leistungs-Verhältnis zunehmend fragwürdig wird. Ein Laptop mit Linux Mint und ein Browser reichen völlig aus.
Kurzer Blick auf die Konkurrenz
- Xbox Cloud Gaming nutze ich ebenfalls, sehe es aber klar unter GeForce Now: geringere Auflösung, niedrigere Framerates, technisch eher Konsolen-Streaming als echtes High-End-PC-Gaming.
- PlayStation Cloud Streaming ist stark an das PlayStation-Ökosystem gebunden und für mich zu eingeschränkt – sowohl technisch als auch bei den Endgeräten.
- Amazon Luna finde ich strategisch interessant, gerade wegen AWS. Aktuell fehlt mir dort aber ein klares Profil: überschaubarer Spielekatalog, wenig technische Ambition. Ich bin gespannt, ob Amazon hier noch nachzieht oder das Thema langsam auslaufen lässt.
Fazit
Für mich ist GFN aktuell das beste Cloud-Gaming-Angebot. Performance, Flexibilität (Tages oder Monatspässe erfordern nicht gleich ein Jahresabo) und Kosten stehen in einem sehr guten Verhältnis. Cloud Gaming ist für mich kein Experiment mehr, sondern eine realistische Alternative zu lokaler Gaming-Hardware.
Jetzt liegt es an der Konkurrenz, hier aufzuschließen.