Leserartikel Lenovo X230 2025 Win11 Edition

Hallo zusammen!

Hier eine kurze Geschichte, die irgendwo zwischen dem Notebook Forum und der Retro Ecke angesiedelt ist. An wen richtet sich der Artikel? An jeden der Spass am Lesen und an älterer Hardware hat aber natürlich auch an alle die gerade vor der Entscheidung stehen ihr eigentlich noch funktionsfähiges Notebook wegen überzogener Anforderungen seitens Microsoft zu entsorgen.

Hintergrundstory:

Das Leben an deutschen Unis ist was die Hardware Austattung angeht nicht immer einfach. Unis sind chronisch knapp bei Kasse und Drittmittel dürfen für Grundausstattung wie Computer nicht verwendet werden. Auch daher administrieren ich in meiner Arbeitsgruppe die Computer selbst. Dabei ist mir kürzlich ein offensichtlich kaum benutztes altes Lenovo X230 12" Notebook in die Finger gekommen das entweder entsorgt werden sollte oder noch als Messrechner an irgendeinen Instrument dienen sollte. Win10 PCs sind ab Ende Oktober im uni Netz nicht mehr erlaubt. Ein Lenovo X230 aus 2013 das irgendjemand vor längerem eingelagert hatte.

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Ich war drauf und drann das Gerät auszuschlachten und zu entsorgen, da ein Notebook aus 2013 eigentlich zu nichts mehr taugt. Es ist nicht Win11 kompatibel, es hat typischerweise 4GB RAM und eine HDD. Aufrüsten lohnt sich hier nicht und damit sind diese Dinger normalerweise durch. Doch siehe da. Als persönliches Reise Notebook eines ehemaligen W3 Professors war das Ding in Vollausstattung bestellt und geliefert worden. 95Wh Akku, 8GB RAM und 180GB SSD. Dazu sah es aus wie neu.

Kurzer Test ob das System noch brauchbar für Zoom und Powerpoint inkl. Videos ist, und was der Akku noch kann. Letzterer hat noch immer eine Kapazität von ~70Wh also durchaus noch sehr brauchbar. Die Tastatur der alten Lenovos? auch absolut super. OK... zu schade zum wegschmeißen. Aber wenn es auch als mehr als als Offline Messrechner herhalten soll, dann muss es auch mit Win11 laufen. Also war mein Feiertagsvormittagsprojekt geboren.

Vorgehensweise

Vorbereitungen auf Win11


Damit das System im Uni Netz bleiben darf muss es per in place upgrade auf Win 11 gewuppt werden. Dazu habe ich ersteinmal alles was an unnötiger Software installiert war deinstalliert und die Recovery und Hibernate Partitionen mit Diskpart gelöscht. Das hat dafür gesorgt, dass ungefähr 80gb Platz auf der SSD frei geworden sind. Anschließend wurde die SSD per MBR2GPT in das GPT Format konvertiert und per "Lenovo System Update" das BIOS und die Treiber auf den letzten Stand gebracht. Danach Neustart und im BIOS Secure Boot und damit auch den UEFI Mode enabled.

In place upgrade auf Win 11

Wie warscheinlich alle wissen wird das Lenovo X230 trotz Secure Boot und UEFI nie die offiziellen Mindestvoraussetzungen für Win11 erreichen. Es scheitert an so einigem wie ein Blick in Why Not Win11 zeigt:

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Es gibt aber auch keinen harten Showstopper, denn auch wenn das System mehrere Punkte die Microsoft vorschreibt nicht erfüllt, so erfüllt es doch die technischen Voraussetzungen namentlich 64bit support, UEFI support und eine CPU mit SSE4.2 Support (Mindestanforderung seit Win11 24H2)

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Also auf zu Microsoft und dort die Win11 iso heruntergeladen und per Rechtsklick und Bereitstellen als virtuelles Laufwerk gemounted. Natürlich lässt sich Win11 nicht direkt auf dem System installieren, weil Microsoft die Installation wegen der diversen Mindestanforderungen durch das Setup blockieren würde. Um dies zu umgehen benötigt man allerdings, wider der gängigen Meinung, kein Rufus oder andere Drittanbieter Tools, sondern kann die Setup.exe einfach mittels Command Line mit dem Parameter /product server ausführen. Details zu dieser Methode findet Ihr bei Interesse hier, oder hier im Video.

Die Installation bzw das in place upgrade lief problemlos durch und Windows 11 25H2 aktiviert sich auch automatisch im Anschluss, weil die Lizenz im BIOS hinterlegt ist. Es bedarf also keinerlei Verrenkungen was eine Aktivierung angeht. Im Geräte Manager des X230 waren drei Komponenten für die Win11 keine Treiber mitgebracht hatte. Häufig ist es nicht ganz trivial rauszufinden, was diese Komponenten eigentlich sind (es stehen ja nur kryptische Bezeichungen mit Ausrufezeichen im Geräte Manager) um dann gezielt einen Treiber suchen zu können. Hierzu ein Tip: das Gerät im Gerätemanager rechtsklicken, Eigenschaften auswählen und dann im Reiter Details die Hardware ID kopieren. Diese dann einfach beim KI Chatbot der Wahl (Im Beispiel Screenshot der französische "LeChat" von Mistral) eingeben und freundlich fragen.

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Anschließend einfach beim Hersteller oder bei Lenovo die entsprechenden Treiber runterladen und installieren. Ich habe sie bei DriverScape runtergeladen.

Und so läuft dann auch alles!

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Anschließend habe ich noch Microsoft Office 365 installiert so das das System jetzt softwareseitig auf dem aktuellen Stand ist.


Und wie läuft das System jetzt unter Win11 25H2

Um ehrlich zu sein, schockierend gut. Dafür, dass das System eine DualCore CPU von 2012 verbaut hat und auf 8GB RAM zurückgreift reibt man sich wirklich die Augen. Mein eigener Lenovo L14 ist zwar etwas schneller aber welten liegen im Handling nicht dazwischen. Auch YouTube Videos spielen noch sauber ab bis 1440p 60. Darüber wirds hakelig.

Dazu liefere ich später noch ein paar Zahlen hinterher. Artikel wird dazu geupdatet.

Bootperformance aus dem Kaltstart - Power Button Drücken zum Anmeldescreen: 23 Sekunden
Erststart des Firefoxbrowsers: 2.3 Sekunden
Erststart Word: 3.2 Sekunden

Hier ein auf dem Gerät aufgenommenes Video zur Performance (mit dem Snipping tool aufgenommen)


Bis dahin,

Gruss Ned.
 
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Ich darf ergänzen, dass ich mein altes X220 mit i5 2520m, SSD und 12 GB Ram auch per Rufus auf Win11 25H2 per Inplace-Upgrade nun brachte. Langsamer oder schneller als zuvor mit Win10 22H2 läufts nicht. Absolut noch für Officetasks brauchbar. Klar, mit meinem P14s Gen1 AMD ist es nicht vergleichbar aber unzumutbar ist es auch nicht. Und die Tastatur ist ein Traum :-)
 
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Bin original so happy mit dem Ding, dass ich den für 15 Euro inkl. Noch von 8 auf 16gb RAM aufgerüstet hab.

Gerade den ersten pptx Vortrag mit ihm gegeben.
 
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Ja das X230 ist schon ein kleines Schätzchen ☺️

Meins sieht auch noch aus wie neu und hat die Jahre über auch einige Upgrades gesehen. 16 GB RAM, SSD, diverse Akkus, Windows 10, 11 (wobei man da auch von einem Downgrade sprechen könnte)… 😊

Irgendwo im Keller liegt auch noch die Original Docking Station mit integriertem DVD-Brenner. Das waren noch Zeiten 😅

Inzwischen habe ich aber auch auf 25H2 aktualisiert und bin nebenbei auf diesen Thread hier gestoßen 😀

Ich muss allerdings zugeben, dass das X230 bei mir nur noch einen (sehr) ruhigen Lebensabend in der Retro Ecke verbringen darf. Die Zeiten heftigen Treibens sind vorbei. 2025 ist nun das 13. Jahr seit ich es habe. Danach kam ein X390 Yoga aber nun bin ich wieder zurück zu einem X1 Tablet Gen 3 - einfach ein tolles Teil ähm Tablet 😊 Vor allem das Display ist Mega 😍

Aber egal, zurück zum X230 😉

Die verbaute Intel SSD 520 mit 240 GB ist übrigens auch seit 2013 im X230, hat knapp drei Jahre Laufzeit auf der Uhr und läuft noch immer einwandfrei mit 100%.

So mancher mag übrigens überrascht sein, wie schnell der Dual-Core im X230 sein kann. Die Updates und so manche Software sind gefühlt deutlich schneller installiert als bei dem ein oder anderen Stromsparenden Nachfolger mit Quad-Core 😉😮
 

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Sehr tolle Artikel! Wenn ich sowas lese geht mir immer das Herz auf.
Refurbishen und neues Leben spendieren. Kommt leider in der Gesellschaft (vor allem Corporate) deutlich zu kurz. Wenn ich sehe was "wir" an Dell Geräten wegschmeißen (müssen) weil alles nur noch verlötet ist etc.... da kommen einem echt die Tränen.

Nur Frage am Rande - du sagtest in der Uni bzw. deren Netz nur Win 11 erlaubt - auch keinerlei Linux basiertes OS? Selten sind manche ja offen für zb Ubuntu o.ä.

Grüße
->tippend von einem "ollen" T480 :)
 
linux drauf udn du hast powerkiste
 
K3ks schrieb:
🥴 Ich hab so einen Toaster mit i3 3120M oder so noch rum(f)liegen, 2,5GHz ohne Türbö, auch 8GB RAM, ich find das Ding unerträglich
Ich habe hier einen NUC mit i3 5010U (2C4T) und 16/256GB. Unter Wintendo11 war das Gerät quasi nutzlos bis unbrauchbar. Selbst so banale Dinge wie einen Browser mit 5 Tabs zu öffnen hat das Gerät komplett überfordert. Eine Kombination aus Neugier und genügend Zeit hat dann dazu geführt, dass ich CachyOS darauf installiert habe, und ich muss sagen, ich liebe es. Viel muss der NUC nicht machen, aber das Wenige was er macht, macht er seitdem richtig gut - hauptsächlich 720/1080p Videos in Chromium abspielen. Klar, es gibt Gedenksekunden, die sind aber kein Vergleich zur lahmen Ausführung unter Windows. Vielleicht wäre CachyOS auch was für deinen Toaster? :)

@Ned Flanders
Ist wirklich eine tolle Maschine der du da wieder Leben eingehaucht hast. Der i7 im X230 hat bis zu 3,6GHz, das macht tatsächlich sehr viel aus. Der Link zu dem YT Video der /product server erklärt ist leider nicht mehr funktional.
 
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Ich hab hier auch noch ein X230.

Hauptsächlich weil es ein Notebook ist, auf dem tatsächlich alles von WinXP bis Win11 läuft und man über den ExpressCard-Anschluss tatsächlich noch einen seriellen Adapter anschließen kann, der direkt über den Bus läuft (was bei modernen Notebooks ja nicht mehr so einfach möglich ist).

Ich habe allerdings mein BIOS mit Hilfe von 1vyrain (https://github.com/n4ru/1vyrain) entsperrt und eine Intel AX210 installiert, um aktuelles WiFi 6E und BT 5.2 zu haben.

Intel ME und Intel AT habe ich damit auch gleich deaktiviert.

Allerdings bin ich persönlich zum Entschluss gekommen, das bei solchen alten Geräten der Betrieb von Windows 10 mit den noch bis Oktober 2028 verfügbaren ESU-Updates das bessere Nutzungsszenario ist.
 
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andi_sco schrieb:
Sehe gerade, dass das Video offline ist.

coxon schrieb:
Link zu dem YT Video der /product server erklärt ist leider nicht mehr funktional.
Danke für den Hinweis, ich hab zwei Alternativen verlinkt.

notnitro schrieb:
Nur Frage am Rande - du sagtest in der Uni bzw. deren Netz nur Win 11 erlaubt - auch keinerlei Linux basiertes OS?
Doch, Linux und Mac OS geht natürlich auch, ist nur bei den meisten unserer Geräte aus Software Gründen unpraktikabel.
 
Ned Flanders schrieb:
Jetzt mal blöd gefragt: Linux darf nicht ins Uni-Netzwerk?
Ergänzung ()

Ned Flanders schrieb:
Anschließend habe ich noch Microsoft Office 365 installiert so das das System jetzt softwareseitig auf dem aktuellen Stand ist.
Ich könnte dazu auf Basis meiner langjährigen Erfahrungen ganz wenig oder auch ganz viel schreiben.

Erstens: Windows 11 ist eigentlich nur ein Vista 5.0. Microsoft hat seit dem sauteuren und selbstverschuldeten Desaster namens Vista vor knapp zwanzig Jahren alles vermieden, was Geld kostet. Insbesondere haben sie das Programmieren vermieden. Und ganz besonders haben sie vermieden, vernünftige APIs und Bibliotheken zu definieren (wie Apple es tut), die dann gemeinschaftlich benutzt werden. Stattdessen macht jede(r), worauf sie/er Bock hat, und am Ende wird alles für's Installations-Image zusammengefegt. Und auch danach machen alle, was sie wollen, denn es gibt ja eh' keine Releases mehr, wo irgendetwas fertig sein müsste.

Dementsprechend haben wir es mit einem häßlichen und unergonomischem Wildwuchs zu tun, der deutlich weniger kann, als Vista konnte (von Windows XP ganz zu schweigen), wenn man von dem inzwischen auch offiziell gescheiterten UWP absieht, das niemand braucht. So gesehen: Warum soll es nicht laufen, wenn es doch nur ein Vista mit weniger Funktionen und eingebautem Virenscanner ist?

Zweitens: Während Vista/7 noch mit einem Dual-Core (mit out-of-order-execution) trotz integriertem "Defender" halbwegs vernünftig zu betreiben war, ist seit Windows 8 mit integriertem Defender + Virenscan Schicht im Schacht. Ein (hochgetakteter) 2C/2T-Dual-Core ist nur noch für Sekretärinnen oder als einfacher Messrechner brauchbar. Also: 2C/4T ist Pflicht, und der Unterschied zu 4C/4T und mehr ist spürbar. In Unternehmen mit einem halben Dutzend Sicherheitssoftware braucht man inzwischen sinnvoller- wie traurigerweise mindestens 6C/6T oder 4C/8T. Die Frage, ob das System vor dem Hintergrund überhaupt noch geeignet und wirtschaftlich sinnvoll ist, wenn es doch im wesentlichen nur Software aus den 90er Jahren ausführt, ist damit eigentlich schon mit "nein" beantwortet.

Von HDDs sollte man seit Windows 10 sowieso komplett Abstand nehmen, denn Windows 11 schafft es nach drei Jahren Updates bei mir, über schockierende 40 GB zu belegen: für ein Betriebssystem, was viel weniger kann, als ein Smartphone-Android, was auch schon 6-7 GB benötigt. Die nicht mehr vermeidbaren (außer LTS) Update- und Upgrade-Orgien sind mit einer HDD schlicht nicht mehr zu bewältigen.

Die völlig grottige Ergonomie im Vergleich zu Windows XP, mit willkürlichen Schriftgrößen, und ganz besonders der völlig unnötig fette Fenstertitelbalken von Office 365 (das "Brett vor'm Kopf"), ist ein zusätzlicher Tiefpunkt. Wer natürlich zu jung ist, wird gar nicht wissen, dass es mal anders ging.

Arbeitsspeicher: Vista scheiterte damals, weil 2 GB RAM noch lange (!) nicht Standard waren, sondern 512 MB, wohingegen SSDs noch nicht einmal in den fernsten Träumen erschienen waren. Dementsprechend waren die Kisten hauptsächlich damit beschäftigt, die umfangreichen parallelen (nicht abgestimmten) Bibliotheken des mit bis zu 20 GB riesigen Vista in den RAM zu laden und wieder auf die HDD auszuswappen. Eine wirklich üble Zeit war das. Ohne Vista hätte es vielleicht auch gar keine SSD-Technologie geben müssen; es wäre nicht das erste Mal, dass Hardwarehersteller Milliarden Dollar investieren mussten, weil Microsoft an ein paar hundert Dollar scheiterte. Mein erstes X230 hatte noch eine HDD. Ich war Pendler mit dem Regionalexpress und habe es extra auf 8 GB abgerüstet, um das Aufwachen aus dem Ruhezustand (nach jedem Umstieg) bis zur Arbeitsfähigkeit auf ungefähr vier bis fünf Minuten zu drücken, bevor ich auf eine SSD (und später auf Linux) umstieg. Diese HDD-Swapperei und -warterei, die erst mit dem aufgeblähten Vista und dessen Nachfolgern richtig schlimm wurde, kann und will sich heute niemand mehr vorstellen.

Und kaum ein Jahr später kam Apple und quetschte Mac OS X, das klar und deutlich mehr Funktionen als Vista hatte, für das iphone in 128 MB RAM und auf 2-3 GB Flashspeicher. Kein Wunder, dass alle betroffenen und viel besser bezahlten Manager von Microsoft plötzlich auf der Suche nach Mauselöchern für's Verstecken waren. Genützt hat es nichts, und gelernt haben sie auch nichts. Microsoft hat bis heute absolut nichts daraus gelernt.

Windows 11 scheitert schon an 8 GB. Es läuft, swappt aber schnell und viel. Wie gesagt: Es kann im Grunde weniger, nicht mehr, als Windows Vista. Mit 8 GB RAM wird man mit Windows 11 als Benutzer auf Dauer keine Freude haben. Als Messrechner würden auch 4 GB ausreichen, darunter aber wäre es nicht mehr sinnvoll.

Als jemand, der selbst noch zwei X230 hat (und mit einem R31 angefangen hat), meine ich: Als Messrechner viel zu schade. Die Dinger haben zwar kleine (für mich inzwischen von meinen Augen her zu kleine) Bildschirme mit maximal WXGA-Auflösung, hatten aber teilweise schon IPS, sowie eine zwar nicht mehr ganz so gute Tastatur wie zuvor, dafür aber optional hintergrundbeleuchtet -- und um Lichtjahre besser als das, was Lenovo heutzutage als Tastatur bezeichnet. Sogar HP ist heute besser. Da ich betrieblich lange das X250 hatte, was zwar viel dünner und leichter ist, aber in der Tastaturqualität schon spürbar, und in der Gehäusequalität um Welten darunter lag, inzwischen betrieblich ein HP Elitebook sowie seit letztem Jahr privat ein Thinkpad E16 habe, kann ich den Unterschied bzw. Abstieg leider aus eigener Erfahrung beurteilen.

Wer also mit den kleinen 12,5-Zoll-Bildschirmen klar kommt, bekommt immer noch hervorragende und, im krassen Gegensatz zu den Nachfolgern, mechanisch sehr stabile und reisetaugliche Schreibmaschinen, insbesondere unter Linux mit XFCE oder KDE/Plasma und ihrer in feinen Schritten anpassbaren Schriftgrößenskalierung und seitlichen Taskleisten, ja sogar mit Lüftersteuerungsanpassung und Ladeschlussspannungsanpassung via Bordmittel obendrein.
 
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b|ank0r schrieb:
...

So mancher mag übrigens überrascht sein, wie schnell der Dual-Core im X230 sein kann. Die Updates und so manche Software sind gefühlt deutlich schneller installiert als bei dem ein oder anderen Stromsparenden Nachfolger mit Quad-Core 😉😮

Die mobilen Sandy/Ivy Bride Modelle sind von der Leistung im Vergleich zu den direkten Lowpower-Nachfolgern nicht zu verachten. Da stand einige Jahre die Leistung still. Aber 2520m/3520m werden auch sehr heiß und fressen quasi den Akku.


Es wurde hier schon angesprochen. Die Wartung ist ein Traum: Von außen zugängliche Wartungsschächte (RAM, Datenträger). Einen wechselbaren Akku. Und eine von außen wechselbare Tastatur. In meinem X220 habe ich das dritte Keyboard eingebaut. Und ich überlege mir nun stark, ob ich nicht noch eines auf Reserve legen soll - solange es sie noch neu und orginal gibt. Besser haben als dann zu wollen und es gibt nichts mehr.

Mit dem Servicemanual habe ich schon x-Mal das Gerät zerlegt gehabt:
  • Vor ein paar Jahren die Wärmeleitpaste und -pads erneuert.
  • Die Displaygehäuseschale repariert. Da ist die obere Leiste nach einem Sturz im Rucksack wackelig gewesen. Zerlegt und festgestellt, dass im Inneren der verbindende Metallsteg gebrochen ist (Bild Nr. 3). Die Verbindung mit Komponentenkleber und als stabilisierendes Element ein Metallteil (ein Inbusschlüssel von einem Möbelstück :D) damit eingegoßen (Bild Nr. 4). Einen neuen Kabelkanal mit dem Dremel ins Epoxy geflext und es hält bis heute :)
  • Nach einem Transportunfall im Rucksack mit einer Banane, die sich durch die Unterseite der Lüftungsöffnungen gedrückt hat, alles zerlebt und gereinigt.
  • Ein defektes RAM-Modul in 2 Minuten getauscht.
  • Die damalige HDD gegen eine SSD in Rekordzeit gewechselt.
  • u.v.m.

Das Mainboard ist auch gut und stabil konstruiert. Ich hab es ja ein paar Mal nackt vor mir liegen gehabt. Ich sah hochwertige japanische Kondensatoren. Die Lötverbindung der DC-Buchse ist auch für versierte Leihen reparierbar. Das gefiel mir einfach. Einfach ein schönes, durchdachtes und wartbare Laptoptechnik.

Für mein X220 habe ich mir damals gebraucht ein 90 Watt-Netzteil gekauft (was für ein Klopfer). Denn das mitgelieferte Netzteil benötigt einen eingebauten und funktionierten Akku. Ich habe den zweiten Akku mittlerweile, der hält auch aber nicht mehr lange - ca. 1,5 h bis max. 2 h. Über einen Ersatz denk ich, wie mit der Tastatur, ebenso nach.

Mein X220 hat das IPS-Display. Das war doch damals sehr schön zu betrachten, da gabs diese Panelart nicht so oft.

Ein (Liebes)Tipp: Die Gehäuseschalen mit ihren speziellen Softtouch-Kunsstoffoberflächen lassen sich mit einem Klecks Nivea-Creme wunderbar und nachhaltig auffrischen :-) Das funktioniert vom X220 bis zumindest meinen P14s Gen1 AMD :daumen:

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alphatau schrieb:
Die Gehäuseschalen mit ihren speziellen Softtouch-Kunsstoffoberflächen lassen sich mit einem Klecks Nivea-Creme wunderbar und nachhaltig auffrischen :-)
Dann laufen die Books wieder wie geschmiert? :D
 
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bei mir ist es das T430. es ist dasselbe, was ein uhrenliebhaber als grail watch bezeichnen würde.
auch wenn es alt ist.

welches den vorteil eines cpu-sockels hat, und deswegen hat es einen i7 vierkerner. und halt 16 ram, weil mehr geht ned.
ist halt thermisch ned ganz unproblematisch, weil tdp 45w cpu unter tdp 35w notebookkühler.
fhd ips hat er auch, an einem chinesischen lvds-->mdp hardware wandler. steckt hinterm display.

klar, der macht mit win11, reisst keinen bäume aus, aber acht threads sind besser als vier threads.
aus thermischen gründen meist an der leine des boostbegrenzenden energieprofils.
aber overall sehr brauchbar.

ich mag den artikel. ich mag die idee. ich mag die umsetzung.
 
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