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NewsPop!_OS 21.04 („Cosmic“): System76 arbeitet an einem eigenen Desktop
Der auf Linux-Systeme spezialisierte US-Computerhersteller System76 kündigt für das kommende Pop!_OS 21.04 einen eigenen Desktop namens „Cosmic“ an, nachdem die beiden letzten Major Releases Pop!_OS 20.04 sowie Pop!_OS 20.10 noch traditionell auf dem Gnome 3.36 („Gresik“) respektive Gnome 3.38 („Orbis“) basierten.
Hoffentlich verheben die sich damit mal nicht. Selbst Canonical ist mit ihrem Unity Desktop krachend baden gegangen, und Canonical dürfte (auch wenn sie jetzt nicht sonderlich groß sind, ca 370 Mitarbeiter) etwas mehr Manpower als System 76 zur Verfügung haben.
Also so wie die Screens aussehen, wird das immer noch Gnome sein -> einfach durch eigene Extensions stark modifiziert. Im Grunde haben sie das ja bereits mit der Pop Shell gemacht.
Selbst Canonical ist mit ihrem Unity Desktop krachend baden gegangen, und Canonical dürfte (auch wenn sie jetzt nicht sonderlich groß sind, ca 370 Mitarbeiter) etwas mehr Manpower als System 76 zur Verfügung haben.
Cosmic ist nicht wie Unity ein komplett eigener Desktop, sondern lediglich ein angepasstes Gnome. Völlig andere Größenordnung.
Wenn es rund läuft (und sie machen das ja schon länger und haben entsprechend Erfahrung mit der GnomeShell), finde ich das einen schlauen Zug, da man sich so absetzen kann. Vielleicht will man sich auch etwas unabhängiger von den Ideen der Gnome Macher aufstellen.
Ich finde es gut, das man explizit Maus- und Tastaturbedienung im Fokus hat und beide Lager zufriedenstellen möchte. Ich bin gespannt wie die erste Version wird und drücke die Daumen.
Wobei man sagen muss, dass Unity echt gut war. Das sagen mittlerweile auch sehr viele, die vorher den Wechsel auf Gnome befürwortet haben.
Unity wird ja auch unter dem Namen Lomiri von UBPorts weiterentwickelt. Einerseits wegen Ubuntu Touch und andererseits, um Unity 8 für den Desktopbereich wieder verfügbar zu machen. https://lomiri.com/
Ich vermute, Unity wurde nicht aufgegeben, weil die Desktop Version schlecht war oder zu wenig angenommen wurde, sondern weil die Pläne im Mobile Bereich nicht aufgegangen sind. Damit war es nicht länger notwendig, die Entwicklung zu kontrollieren um eine gemeinsame Basis für Desktop und Mobile zu haben und eine Lizenzierung zu ermöglichen.
Ich vermute, Unity wurde nicht aufgegeben, weil die Desktop Version schlecht war oder zu wenig angenommen wurde, sondern weil die Pläne im Mobile Bereich nicht aufgegangen sind.
Genau damit versucht es UBPorts wieder und es wird mittlerweile sehr gut angenommen. UBPorts und Ubuntu Touch hat mittlerweile eine sehr große Community und viele Know-How von allen möglichen Seiten. Auch bekommen sie noch Unterstützung von Canonical.
Also so wie die Screens aussehen, wird das immer noch Gnome sein -> einfach durch eigene Extensions stark modifiziert. Im Grunde haben sie das ja bereits mit der Pop Shell gemacht.
Das bleibt zu hoffen. Diese riesige und leider auch in Teilen absolut überflüssige Fragmentierung in der Linuxwelt ist einer der größten Vor- aber eben auch Nachteile. Stellen wir uns nur mal vor, alle Linux Desktopentwickler würden sich drei, vielleicht vier, Umgebungen konzentrieren. Die Entwicklung wäre schon deutlich weiter...
Stellen wir uns nur mal vor, alle Linux Desktopentwickler würden sich drei, vielleicht vier, Umgebungen konzentrieren. Die Entwicklung wäre schon deutlich weiter...
Genau das ist der Trugschluss der (komischerweise) immer wieder gezogen wird. Weil viele Projekte in der Open-Source-Welt halt auch von Freiwilligen getragen oder/und unterstützt werden. Wenn wenn ich etwas freiwillig mache, dann mache ich tendenziell eher etwas auf das ich Bock habe. Und wenn ich das nicht kann (aus was für Gründen auch immer), dann lass ich es halt sein.
Sprich: Das würde effektiv dazu führen, das weniger Entwickler im Linux-Bereich aktiv wären. Die Open-Source-Szene ist ja genau deshalb erfolgreich, weil es jedem ermöglicht "sein Ding" zu machen.
Etwas was in Gnome fehlt aber unity konnte war das HUD, dass das klassische ALT Menü ablösen sollte. Das fehlt mir ein wenig, aber dafür bei allen DEs ;-). Schade vor allem weil das bereits auf Gnome2 mit "Ubuntu Mobile"(anfänge von Unity) Sitzung ging, also echt eine Weile her ist. Das wäre auch eine schöne Tastaturgetriebene zusätzliche Alternative zu den Burger Buttons.
Auch wenn ich Pop! OS eigentlich mag, versteh ich diesen krampfhaften Versuch nicht, macOS mit Googles Material Design zu verbinden. Finde ich bei Gnome 4 schon unnötig und nimmt vieles vom eigenständigen Charme weg...
Ob es sich bei „Cosmic“ um einen vollständig neuen Desktop oder lediglich um eine überarbeitete „User Experience“ für den neuen Gnome 40 handelt, geht aus der Ankündigung von System76 indes nicht einwandfrei hervor.
Das ganze Ding ist kein Fork, keine eigene DE, sondern nichts anderes als eine "große Gnome Extension". Somit bleibt die Kompatibilität mit anderen Gnome Extensions und der Software erhalten.
Man beabsichtigt NICHT den Weg von Elementary OS einzuschlagen, sondern will explizit Gnome als "underlying structure" erhalten.
Meiner Ansicht nach ist das auch die beste Lösung, so braucht man keine Ressourcen in eine komplett eigene Oberfläche zu stecken, sondern nimmt einfach das mit, was Gnome schon hat/kann, während man sich dennoch genug eigenen Wiedererkennungswert schafft.
Bis Version 21.10 wird also weiter auf Gnome 3.38 gesetzt, danach auf Gnome 40.
Sieht auf den ersten Blick nach nichts aus, das meinen Geschmack trifft, aber mehr Auswahl ist immer gut. Das ist wie in der Eisdiele, da gehe ich auch immer am liebsten da hin, wo ich beim Lesen der letzten Sorten schon wieder die ersten vergessen habe.
Und selbst wenn's nichts für mich ist, ist ein kleiner Technologietransfer zu meinen Gunsten auch immer möglich.