Design und Entwicklung: TSMCs Wafer-Preise sollen rasant weiter steigen

Volker Rißka
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Design und Entwicklung: TSMCs Wafer-Preise sollen rasant weiter steigen
Bild: AMD

Die Preise für fertig belichtete Wafer sollen bei TSMC vom Schritt N2 zu A14 von 30.000 auf 45.000 US-Dollar steigen, berichten asiatische Medien heute. Der Grund liegt vor allem darin, dass die nun extrem teuren Design- und Entwicklungskosten darauf umgelegt werden. Wie zuletzt dürfte es später aber wieder günstiger werden.

Im Rahmen des TSMC Technology Symposium hatte TSMC in den vergangenen Wochen bereits dargelegt, dass mit den nächsten Fertigungsstufen vor allem die Entwicklungskosten deutlich ansteigen würden. Auch an anderer Stelle hieß es zuletzt, dass die Kosten für das Design und die Umsetzung bei einem 2-nm-Chip die Milliardengrenze sprengen könnte. Vor drei Jahren wurden die Kosten unter anderem gemäß einer Arm-Prognose noch mit rund 725 Millionen US-Dollar beziffert.

Kostensteigerung gemäß Analysen (Stand 2022)
Kostensteigerung gemäß Analysen (Stand 2022) (Bild: IBS)

Zuletzt hieß es aber bereits, dass die Kosten bis zum ersten Chip selbst bei 3 nm schon bis auf eine Milliarde US-Dollar steigen könnten. Gemäß älteren Studien, beispielsweise bei 5-nm-Designs, die stets eine angehende Verdoppelung vorhersagten und den Schritt bei 3 nm in Richtung einer Milliarden US-Dollar untermauern, müssten die Entwicklungskosten für einen 2-nm-Chip also bereits deutlich über der Milliardenmarke rangieren.

Ähnliche Kostenanalyse bis 5 nm
Ähnliche Kostenanalyse bis 5 nm (Bild: McKinsey)

Für in diesem Jahr erwartete erste N2-Chips von TSMC wird bereits seit Jahren ein Preis von rund 30.000 US-Dollar pro fertig belichtetem Wafer genannt. Für den kommenden A14-Schritt soll dieser auf bis zu 45.000 US-Dollar ansteigen. Die Datenlage dafür ist aber ähnlich dünn wie die drei Jahre alte Prognose zu 725 Millionen US-Dollar Entwicklungskosten, sie folgt anscheinend primär der Devise, dass es auch zuletzt von einer zur anderen Stufe bis zu 50 Prozent teurer wurde: Ein N3-Wafer kostete zum Start 25.000 US-Dollar, heute sind es wohl 18.000 bis 20.000 US-Dollar, heißt es. Analysen bis 5 nm gab es zuvor und untermauerten die seinerzeit schon rasanten Steigerungsraten.

Kostenanalyse bis 5 nm
Kostenanalyse bis 5 nm (Bild: The Integrated Circuit Industry at a Crossroads: Threats and Opportunities, CC BY-SA 4.0)

Inkludiert in einen Wafer-Preis sind aber auch der Bau einer neuen Fabrik sowie neue Materialien und Maschinen. So treiben auch die Inflation und Zölle diesen Preis nach oben, den sich vor allem zum Auftakt einer neuen Fertigung letztlich nur die stärksten Unternehmen leisten können. Gemäß Analysen liegt der Preisverfall nach dem Beginn auch nur bei fünf bis zehn Prozent, dieser wird erst in den Jahren darauf deutlicher – primär dann, wenn die nächste Fertigungsstufe übernimmt.

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