Intel-Fahrplan: Nur noch High-Margin-Produkte, Foundry bis 2028 intern

Volker Rißka
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Intel-Fahrplan: Nur noch High-Margin-Produkte, Foundry bis 2028 intern

Bei Intel dürften in naher Zukunft weitere Produkte dem Rotstift zum Opfer fallen, sofern sie keine Marge jenseits der 50 Prozent abwerfen. Intels CEO of Products Michelle Johnston Holthaus erklärte zudem, dass Intel Foundry bis 2028 weiterhin primär eigene Produkte fertigen wird.

Intels Marge war zuletzt stetig gefallen. Wenig konkurrenzfähige Produkte musste Intel über den Preis agieren lassen, eine nicht konkurrenzfähige eigene Fertigung musste Intel durch externe Zukäufe bei TSMC ausgleichen. Dies alles drückt auf Margen und Gewinne, was sich in Zukunft ändern soll. Der neue CEO Lip-Bu Tan hat die klare Ansage gemacht, dass diejenigen Produkte den Fokus bekommen werden, die eine Marge jenseits der 50-Prozent-Marke versprechen. Das bedeutet auf der anderen Seite aber auch, dass andere diesem Mantra zum Opfer fallen und eingestellt werden könnten.

But he's [Intel-CEO Lip-Bu Tan, Anm. d. Red.] laser focused on the fact that we need to get our gross margins back up above 50%. And so we need to be building products that allow us to do that because they fit the right competitive landscape and requirements of our customers, but we also have the right cost structure in place and it really, really requires us, to do both. And so I think it's going to constantly be a little bit of a tug of war in the short term because it takes a while to make product changes.

Michelle Johnston Holthaus

Intels aktuelle Bruttomarge liegt bei knapp 40 Prozent. Vor zehn Jahren bis hin zur Coronakrise lag sie noch bei um die 60 Prozent. Kurzfristig wird sie aber weiter deutlich darunter bleiben, wie auch der Ausblick für das zweite Quartal durch Intel bestätigte, in dem erneut ein Minus bei der Marge gegenüber dem Vorjahr prognostiziert wurde.

Intels Ausblick für Q2/2025
Intels Ausblick für Q2/2025 (Bild: Intel)

Die Foundry kommt weiterhin nicht in Fahrt

Holthaus ordnete auch die Intel Foundry wieder ein. Nach wie vor steht der Fahrplan, bis Ende 2027 aus den roten Zahlen zu kommen, ein Termin, den Intel schon oft genannt hat. Dies soll aber fast ausschließlich durch die Produktion von Intel-Produkten gelingen. Denn vieles, was Intel bisher auf den Weg gebracht hat, ist schlichtweg noch nicht für die Fertigung externer Kunden und Produkte geeignet.

And so if you're thinking about 14A, in 18A, we started that process not as a foundry process. And then we tried to make it a foundry process.

[..]

And if you don't have it, then do you do iterations of 18A, 18AP, and whatever after until you can show a customer that you can get there, and then they come on board.

Michelle Johnston Holthaus

Bereits mehrfach beleuchtete die ComputerBase-Redaktion zuletzt, dass zwischen den PowerPoint-Folien und der Realität für Intel als Auftragsfertiger sehr viel Luft besteht. Effektiv dürfte vor dem Fertigungsschritt Intel 14A-E im High-End-Bereich kaum etwas für externe Kunden dabei sein, verfügbar wird dieser ab 2028 sein. Wenn es mit Intel 18A gut läuft und 18A-P ab 2026 übernimmt, könnte auch dieser Node eventuell für Kunden interessant sein. Den Zeitplan groß ändern wird das aber nicht.

Intel-Foundry-Roadmap (Stand April 2025)
Intel-Foundry-Roadmap (Stand April 2025) (Bild: Intel)

Am Ende läuft es darauf hinaus, dass Intel dieses und nächstes Jahr anhand echter Produkte zeigen muss, wie Intel 18A läuft, ob die Ausbeute stimmt und Taktziele erreicht werden. Zuerst startet dabei Panther Lake als Lösung ausschließlich für Notebooks, 2026 folgen Clearwater Forest und Diamond Rapids für Server-Systeme. Ebenfalls für 2026 ist Nova Lake für Notebooks und Desktop-PCs geplant.

Wenn Intel Foundry nicht liefert, bauen wir es nicht da

Holthaus erklärt aber auch, dass TSMC keinesfalls außen vor bleiben wird. Wenn es Sinn ergibt oder Intel Foundry nicht liefern kann, wird TSMC genommen. Aber sie sei schließlich auch „CEO of Intel Products“ und nicht des gesamten Unternehmens. Sie muss demnach entscheiden, was für die Produkte am besten ist.

And so, I've been very public that come our next generation of product, Nova Lake, I'm using both TSMC and Intel Foundry. And I'm doing that because I think it allows me to deliver a more competitive product for our customers. And at the end of the day, the best product wins.

Yes. Of course, I want it to be on an Intel Foundry, but if it doesn't deliver the best product, I'm not going to build it there.

Michelle Johnston Holthaus
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