Micron-Quartalsbericht: TSMC fertigt auch Microns Base-Die, HBM4 11 Gbps geliefert
Micron hat in der Nacht erklärt, bei HBM4e ebenfalls auf TSMCs Base-Dies zu setzen. HBM4-Samples wurden bereits mit 11 Gbps geliefert. Micron folgt damit den Fußspuren von SK Hynix, auch sie setzen auf TSMCs Schützenhilfe. Nur Samsung geht einen eigenen Weg.
Micron hat mit einem umfangreichen Update zu HBM in der Nacht auch Gerüchten widersprochen. Diese hatten zuvor nämlich durchblicken lassen, dass Micron die gewünschten Datenraten nicht schaffen könnte. Nun seien aber Samples mit 11 Gbps bereits ausgeliefert worden, erklärt das Unternehmen, doch die Produktion soll erst im ersten Halbjahr 2026 beginnen. Am ursprünglichen Gerücht könnte letztlich aber durchaus etwas dran sein, denn der Produktionsbeginn erfolgt sehr spät. Ein zwischenzeitliches Redesign könnte entsprechend zu diesem Erfolg geführt haben, vermuten koreanische Medien.
Im nächsten Schritt bei HBM4e plant Micron ebenfalls, auf Base-Dies von TSMC zu setzen. Nicht nur soll es dann eine klassische Version geben, auch eine angepasste Variante soll ins Angebot aufgenommen werden, die den Kunden mehr Spielraum bietet. Wie genau diese Anpassungen aussehen, ist aktuell aber nicht bekannt. Auf jeden Fall sollen diese Lösungen am Ende noch teurer als HBM4e classic sein und eine entsprechend hohe Marge abwerfen.
Micron bestätigte in der Nacht auch, dass nun sechs Kunden für HBM gewonnen werden konnten. Im letzten Quartal trug das HBM-Geschäft so allein 2 Milliarden US-Dollar zum Umsatz bei und zog die Datacenter-Sparte beim Umsatz mit. Diese macht zum Jahresende in Microns Fiskaljahr 2025 56 Prozent des Umsatzes aus, bei hohen Margen von 52 Prozent. Für das neue Geschäftsjahr sind mit fast allen Kunden die Preise für HBM festgesetzt worden, die letzten Anpassungen erfolgen in den nächsten Monaten, erklärte Micron dazu. Micron ist hier also noch nicht ausverkauft.
Aber auch in den anderen Bereichen lief es für Micron gut und soll es auch in naher Zukunft tun. Der Inventarbestand sei gut, die Nachfrage sowohl bei NAND als auch DRAM höher als erwartet, neue Produkte unterstützen kommende Produktstarts wie LPDDR5X-10667 mit Kapazitäten von 16 und 24 GByte, die in Kürze in diversen Smartphones zum Einsatz kommen dürften.
Unterm Strich stieg Microns Umsatz im letzten Quartal so um 46 Prozent auf 11,6 Milliarden US-Dollar, der Gewinn legte massiv zu: Statt 1,3 Milliarden US-Dollar vor einem Jahr waren es nun 3,5 Milliarden US-Dollar. Im aktuellen Quartal soll der Umsatz auf 12,5 Milliarden US-Dollar steigen, die Margen auf ähnlichem Niveau bleiben, sodass letztlich ein noch höherer Gewinn möglich wird.