Nachfrage überwältigend: US-TSMC-Fabs auf Jahre ausgebucht, Neubauten reichen nicht

Volker Rißka
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Nachfrage überwältigend: US-TSMC-Fabs auf Jahre ausgebucht, Neubauten reichen nicht

Für viel Wirbel sorgte TSMCs Entscheidung, in den USA weitere Fabriken zu bauen. TSMC beschwichtigt nun – und zwar beide Seiten des Pazifiks. Die Nachfrage in den USA sei schlichtweg gewaltig, die Fabs auf Jahre ausgebucht. In Taiwan werde aber dennoch viel mehr gebaut, die Nachfrage sei schlichtweg weiterhin nicht zu decken.

Vor allem in Taiwan sorgte die Ankündigung von TSMC in dieser Woche für Aufregung: Drei neue Fabrikbauten, zwei Packaging-Einrichtungen und noch ein Forschungszentrum sollen in den USA zusätzlich für insgesamt weitere 100 Milliarden US-Dollar entstehen. Auch einige Medien schürten nun die Angst, Taiwan könnten seinen Status einbüßen. Dem widersprach TSMC zum Wochenabschluss in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Taiwans Präsident William Lai.

US-Kapazität ist auf Jahre komplett ausgebucht

TSMC erklärte dabei, dass die Produktion in den USA nicht nur dieses und nächstes, sondern bereits bis ins Jahr 2027 ausgebucht sei, auch die erst 2027 fertig werdenden Produktionslinien seien bereits gebucht. Selbst durch den schnelleren Ausbau könne man der hohen Nachfrage in den USA nicht begegnen. Und genau deshalb wird der Standort in Arizona erweitert, der bereits von vornherein für sechs Phasen ausgelegt war. Man entscheide dies nicht aufgrund von Subventionen, sondern was die zahlende Kundschaft will, erklärte TSMC weiter. Dies deutet daraufhin, dass die zuletzt namentlich genannten Apple, Nvidia, AMD, Broadcom und Qualcomm unterm Strich für diese Bauten einen Großteil unter anderem durch Langzeitverträge (LTAs) finanzieren dürften.

In Taiwan wird viel mehr gebaut und geforscht

Wird Taiwan dadurch abgehängt? Mitnichten, erklärt TSMCs Chef C.C. Wei weiter. Allein in diesem Jahr werden elf neue Produktionslinien in Taiwan in Betrieb genommen, in den kommenden Jahren kommen mehr als ein Dutzend weitere hinzu. Aber auch das reicht nicht, betonte Wei mehrere Male mit der Aussage „not enough“ in Bezug auf die Fertigungskapazitäten. Wei erklärte auch, man finde in Taiwan schlichtweg kaum mehr Ländereien, um neue große Fabrikkomplexe zu bauen. Taiwans Präsident warf den Ball sofort zurück und erklärte, man werde TSMC helfen, Land, Strom und Wasser bereitzustellen.

Auch die Frage, ob Know-how von TSMC durch das neue Forschungs- und Entwicklungszentrum ins Ausland abfließen könnte, begegnete TSMCs Chef. Selbst wenn in den USA mal 1.000 Leute daran arbeiten sollten, blieben weiterhin über 10.000 in Taiwan, die forschen und entwickeln, so Wei. Hier werden alle aktuellen Produktionsschritte geplant und umgesetzt, aktuell N2, A16 und A14. In den USA soll sich der Campus primär um Produktion, Kostenoptimierungen und Yield (Ausbeute) kümmern.

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