Skalierung im riesigen Stil: TSMC baut aktuell weltweit an 24 Fabriken

Volker Rißka
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Skalierung im riesigen Stil: TSMC baut aktuell weltweit an 24 Fabriken

Es sind Zahlen und Statistiken, die ihresgleichen suchen. Wie groß TSMC ist, verdeutlicht das Unternehmen durch den Bau von 24 Fabs. Damit dürfte der Konzern seine Vorherrschaft im Bereich der Auftragsfertigung für andere Unternehmen für Jahrzehnte festigen.

Vor Jahren wurde noch jeder einzelne Fabrikbau gefeiert und auch das neue Bauvorhaben von TSMC in den USA mit drei neuen Fabriken wurde vor allem ein politisches Ereignis, doch heute verblassen einzelne Fabs, wenn das Gesamtbild bei TSMC betrachtet wird: 24 Anlagen hat der Marktführer aktuell im Bau.

15 Werke entstehen aktuell in Taiwan, elf Wafer-Fabriken und vier Packaging-Einrichtungen. Die USA hat als Standort durch die letzte Großinvestition mit sechs Fabrikbauten, die alle als Phasen der Fab 21 in Arizona – die erste arbeitet schon –, sowie zwei Packaging-Einrichtungen aufgeholt. Auch ein Forschungscampus wird in den USA angesiedelt. Hinzu gesellen sich eine zweite Fabrik in Japan und das Werk in Deutschland.

TSMCs Neubauten pro Jahr
TSMCs Neubauten pro Jahr

Bis 2020 hat TSMC im Schnitt drei Fabriken im Jahr errichtet, von 2021 bis 2024 wurde der Schnitt auf 5 Fabs pro Jahr angehoben. In diesem Jahr ist die Zahl bereits auf neun Fabs geklettert – acht Wafer-Fabs und eine Packaging-Einrichtung. Da die Anlagen im Schnitt über drei bis vier Jahre gebaut werden, kommt die hohe Anzahl von derzeit 24 gleichzeitigen Bauten zusammen.

Weltweite Neubauten – in Taiwan noch viel mehr
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Arizona-Site der Fab21 wächst
Arizona-Site der Fab21 wächst

TSMC wird quasi zum Alleinherrscher

Diese immense Skalierung macht deutlich, dass an TSMC in den kommenden Jahren, wenn nicht gar Jahrzehnten, kein Vorbeikommen sein wird. Intels Großprojekte liegen zum größten Teil auf Eis und ohne eine konkurrenzfähige oder im Idealfall gar überlegene Technologiestufe wird an TSMC kein Herankommen sein. Denn für den N2-Prozess, gegen den Intels neue Lösungen antreten sollen und müssen, hat TSMC sehr gute Defect-Raten preisgegeben, die einen Start mit guter Ausbeute (Yield) im zweiten Halbjahr versprechen. Was Samsung macht, liegt zum großen Teil im Dunkeln, hier waren zuletzt aber auch negative Schlagzeilen die Regel. Ein echter Herausforderer für TSMC sind auch sie nicht.

Die Mitarbeiterzahl bei TSMC wächst rasant mit

Eine große Herausforderung ist die Frage des Personals. 2019 hatte TSMC noch 51.000 Angestellte. Diese Zahl ist Ende 2024 auf 83.825 Angestellte gestiegen, zeigt TSMCs aktueller Report (PDF-Dokument). In den ersten zwei Monaten dieses Jahres kamen bereits weitere 1.300 Stellen hinzu, die 90.000-Marke dürfte dieses Jahr, die 100.000-Marke voraussichtlich nächstes Jahr fallen.

Das Ziel ist es, trotz der vielen neuen Mitarbeiter, vor allem in den neuen Fabriken außerhalb Taiwans schnell die Leistung zu erreichen, die eine Fabrik in Taiwan bietet. Die letzten Daten dazu sind vielversprechend, der N4-Prozess in der Fab 21 in Arizona war bereits kurz nach dem Start ähnlich gut wie in Taiwan, der 22-nm-Prozess in Japan läuft nun sogar besser als in der Fab 15A in Taiwan.

Ausbeute kurz nach dem Start bereits auf Heimatniveau
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