Radeon RX 9070 GRE (China) im Test: Lautstärke, Temperatur, Leistungsaufnahme und OC
7/8Lautstärke & Kühlung
Auch dide Sapphire Radeon RX 9070 GRE Pulse ist eine sehr leise Grafikkarte, die beim Spielen aus einem geschlossenen Gehäuse quasi nicht zu hören ist. Mit einer Lüfterdrehzahl von nur 920 Umdrehungen pro Minuten wird eine Lautstarke von gerade einmal 29 Dezibel erzeugt. Damit eignet sich das Modell gut für einen Silent-PC.
Positiv ist ebenso, dass die Lüfter selbst keine unangenehmen Geräusche erzeugen und auch die elektronischen Störgeräusche dezent ausfallen. Das Spulenrasseln ist kaum ausgeprägt, eine normale Gehäusetür dämmt es quasi vollständig.
Kurz gesagt: Die Sapphire Radeon RX 9070 GRE Pulse ist einer der leisesten Grafikkarten, die ComputerBase je getestet hat. Das Modell kann problemlos in einem Silent-PC eingesetzt werden.
Temperaturen unter Last
Die Sapphire Radeon RX 9070 GRE Pulse ist nicht nur eine sehr leise Grafikkarte, sondern bleibt zugleich auch noch ziemlich kühl. Die GPU kommt auf eine Temperatur von 60 Grad Celsius. Der Hotspot-Wert beträgt 75 Grad, sodass der kritische Bereich noch sehr weit entfernt ist. Auch wenn die Werte gut sind, sind diese interessanterweise ein Stück schlechter als die der Sapphire Radeon RX 9070 Pure, die auf denselben Kühler setzt. Das liegt aber schlicht daran, dass Sapphire den Lüfter auf der Pure höher drehen lässt als auf der GRE pulse – daher die Temperaturunterschiede.
Auch die restlichen Temperatursensoren zeigen niedrige Werte an. Der GDDR6-Speicher erwärmt sich auf bis zu 81 Grad unter Last, auch hier gibt es noch große Reserven fürs übertakten und heiße Sommertage. Auf der Kartenrückseite lassen sich bis zu 55 Grad Celsius messen.
Leistungsaufnahme gemessen: Spiele, YouTube, Desktop
Auf dem Windows-Desktop verhält sich die Radeon RX 9070 GRE genauso wie jede andere RDNA-4-Grafikkarte: Mit einer Leistungsaufnahme von gerade einmal 10 Watt steht das Modell sehr gut da und schneidet sogar geringfügig besser als die anderen Varianten ab – was aber vermutlich nur ein „Zufall“ ist und sich von Karte zu Karte unterscheiden kann.
Bei den anderen Messreihen gelingt eine derart gute Platzierung dann nicht mehr, eher das Gegenteil ist der Fall. Beim Dual-Monitor-Betrieb benötigt die Radeon RX 9070 GRE 21 Watt und damit deutlich mehr als die anderen RDNA-4-Varianten. Auch auf YouTube ist der Leistungshunger höher, zumindest im SDR-Modus: 35 Watt sind ein paar Watt mehr als bei der größeren AMD-Grafikkarte, in HDR sind es mit 45 Watt dagegen ein paar Watt weniger. Im Fenster-Bewegungstest lautet das Ergebnis 45 Watt, was erneut eine Handvoll Watt mehr als bei der Radeon RX 9070 sind.
Leistungsaufnahme in Games (gemessen)
Beim Spielen benötigt die Radeon RX 9070 GRE im Durchschnitt 216 Watt in Ultra HD und minimal geringere 215 Watt in WQHD. Damit reizt die Grafikkarte die Board-Power von maximal 220 Watt nicht ganz aus, ist aber sehr nahe dran. Die Radeon RX 9070 mit derselben maximalen Board-Power kommt auf leicht höhere 224 Watt.
Damit benötigt die Radeon RX 9070 GRE 36 Watt weniger elektrische Leistung als die Radeon RX 7900 GRE und ist dennoch leicht schneller. Die GeForce RTX 5070 benötigt mit 242 Watt 26 Watt mehr, liefert aber auch eine etwas höhere Leistung.
In den einzelnen Spielen schwankt die Radeon RX 9070 GRE zwischen 223 Watt im Maximum und 209 Watt im Minimum. Im Maximum kommt die Grafikkarte damit auf denselben Wert wie die Radeon RX 9070, im Minimum ist das GRE-Modell aber etwas sparsamer. In zwei Spielen benötigt die Radeon RX 9070 GRE anders als die Radeon RX 9070 nicht ganz das voll zur Verfügung stehende Power-Budget für ihre maximale Leistung.
Last-Spitzen und Aufteilung Slot/Stecker
216 Watt benötigt die Radeon RX 9070 GRE beim Spielen im Schnitt, kurzzeitig können es auch schon einmal 321 Watt sein – die jedoch nur für wenige Millisekunden anliegen. Das ist etwas mehr als bei der Radeon RX 9070, was eventuell mit den doch sehr hohen Taktraten zusammen hängt, für die kurzzeitig auch deutlich höhere Spannungen gefahren werden müssen.
Auffällig ist, dass die Radeon RX 9070 GRE in anspruchsvollen Szenarien eine ziemliche Regelwut aufzeigt. Ähnlich wie die Radeon RX 9070 wird auch die GRE dann deutlich vom Power-Limit eingebremst, weshalb die Grafikkarte in diesem Szenario oft ihre Leistungsaufnahme und damit auch den Takt reduzieren muss, um das Limit einhalten zu können.
Wie die meisten modernen Grafikkarten genehmigt sich die Radeon RX 9070 GRE die meiste Energie aus dem Stromstecker. Im Worst-Case-Fall fließen 211 Watt über den Stromstecker, gerade einmal 12 Watt sind es über den PCIe-Slot. Die zwei 8-Pin-Stromstecker haben mit dem Durchschnittsverbrauch keinerlei Problem, während die maximale Leistungsaufnahme von 309 Watt leicht über dem erlaubten Maximum von 300 Watt liegt – doch liegt auch diese Überschreitung nur für wenige Millisekunden an und ist daher problemlos.
| Perzentil | Leistungsaufnahme |
|---|---|
| 0,1% Perzentil | 318 Watt |
| 1% Perzentil | 305 Watt |
| 5% Perzentil | 290 Watt |
| 10% Perzentil | 278 Watt |
| 15% Perzentil | 266 Watt |
| 20% Perzentil | 253 Watt |
| 25% Perzentil | 244 Watt |
| 30% Perzentil | 236 Watt |
| 35% Perzentil | 230 Watt |
| 40% Perzentil | 225 Watt |
| 45% Perzentil | 221 Watt |
| 50% Perzentil | 216 Watt |
Energieeffizienz in FPS pro Watt
Quasi so viel Leistungsaufnahme wie die Radeon RX 9070, jedoch eine etwas geringere Geschwindigkeit bedeutet für die Radeon RX 9070 GRE natürlich eine schlechtere Energieeffizienz als beim größeren Modell. Die große Karte liefert 11 Prozent mehr Performance pro Watt, sodass auch die Radeon RX 9060 XT geringfügig effizienter arbeitet. Aber immerhin, im Vergleich zur Radeon RX 7900 GRE sieht es ganz gut aus: 22 Prozent effizienter ist die RDNA-4-Karte.
Mit Raytracing fällt die Energieeffizienz der Radeon RX 9070 GRE ab, die Radeon RX 9070 schneidet in dieser Disziplin 21 Prozent besser ab. Das liegt schlicht an dem 12 GB großen VRAM, der die Leistung in manchen Spielen einbrechen lässt, was einen negativen Einfluss auf die Messreihe hat. Darum erhöht sich auch die Effizienz gegenüber der Radeon RX 9700 GRE nicht weiter, was allen anderen RX-9000-Karten zu ihrem Gegenstück gelingt.
Das OC-Potenzial ist moderat
Bei der GPU ist das Übertaktungspotenzial der Sapphire Radeon RX 9070 GRE Pulse moderat. Die GPU lässt ein Plus von 100 MHz zu, mehr sind nicht drin. Zumindest dann nicht, wenn keine schwankenden Taktraten vorhanden sein sollen. Letzteres ist bei RDNA 4 ein Zeichen, wenn der GPU-Takt zu hoch ist und nicht dauerhaft gehalten werden kann. Anstatt abzustürzen wird der Takt alternierend angehoben und wieder reduziert. In Spielen arbeitet die Grafikkarte maximal mit 3.320 MHz – wenn das Power Limit nicht limitiert.
Beim 12 GB großen GDDR6-Speicher ist ein Plus von 450 MHz möglich, was in 2.700 MHz beziehungsweise 10.800 MHz resultiert. Auch hier sind noch weitere MHz aus dem Speicher zu holen, jedoch gibt es erste Anzeichen auf eine potenzielle Instabilität, was sich in leicht schwankenden Frameraten äußert.
In Kingdom Come Deliverance 2 steigt durch das Übertakten der GPU-Takt um 49 MHz an, die Bord Power um 22 Watt auf 243 Watt und die Performance um 5 Prozent. In Horizon Forbidden West gibt es 75 MHz mehr Takt bei 32 Watt mehr Energie (252 Watt) und 8 Prozent mehr FPS. In F1 24 gibt es derweil 68 MHz mehr Takt bei 33 Watt mehr Energie (253 Watt) und 7 Prozent mehr FPS.