stereodreieck86
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ROM-Wechsel ohne Kontaktverlust: Warum ich Android-, Google- und Telegram-Kontakte separat sichern musste
Wichtiger Hinweis
Wer vor einem Wechsel auf LineageOS, crDroid oder eine andere Custom-ROM seine Kontakte sichern möchte, sollte sich nicht darauf verlassen, dass ein einzelner Export automatisch alle sichtbaren Kontakte enthält.Je nach Smartphone, Android-Version und verwendeten Apps können Kontakte aus unterschiedlichen Quellen stammen. Vor einem Geräte- oder ROM-Wechsel empfiehlt es sich daher, mehrere Kontaktquellen zu überprüfen und zu sichern.
Dieser Beitrag beschreibt meine Erfahrungen bei der Vorbereitung eines geplanten ROM-Wechsels und die Erkenntnisse, die ich dabei gewonnen habe.
Ausgangslage
Im Rahmen eines größeren Datenschutzprojekts wollte ich mein POCO M3 Pro 5G mit MIUI 14 langfristig auf LineageOS oder crDroid umstellen.Bevor ein solcher Wechsel durchgeführt wird, sollte selbstverständlich ein vollständiges Backup aller wichtigen Daten erstellt werden.
Besonders wichtig waren dabei meine Kontakte.
Da sämtliche Kontakte in der Kontakte-App sichtbar waren, ging ich zunächst davon aus, dass ein einzelner Export ausreichen würde.
Rückblickend war genau diese Annahme der Ausgangspunkt der gesamten Fehlersuche.
Die Suche nach einer vollständigen Sicherung
Mein ursprüngliches Ziel war denkbar einfach:Alle Kontakte exportieren und für den späteren ROM-Wechsel sichern.
In der Praxis stellte sich bereits die Suche nach der Exportfunktion schwieriger heraus als erwartet.
Viele Anleitungen im Internet passten nicht exakt zu meiner MIUI-Version und die Menüs unterschieden sich teilweise von den gezeigten Beispielen.
Nach einiger Suche gelang schließlich ein Export der Android-Kontakte als VCF-Datei.
Die Datei war gültig und ließ sich problemlos öffnen.
Trotzdem fiel etwas auf:
Mehrere wichtige Kontakte waren nicht enthalten.
Der Verdacht: Google
Da die gesuchten Kontakte im Android-Export nicht auftauchten, lag die Vermutung nahe, dass sie möglicherweise über Google verwaltet wurden.Deshalb wurde zusätzlich ein Export über Google Kontakte erstellt.
Google zeigte insgesamt 355 Kontakteinträge an.
Trotzdem konnten die gesuchten Kontakte auch dort nicht gefunden werden.
An diesem Punkt war klar, dass die Situation komplizierter war als ursprünglich angenommen.
Die überraschende Entdeckung
Im nächsten Schritt wurden die fehlenden Kontakte direkt in Telegram gesucht.Dort tauchten die gesuchten Personen sofort auf.
Die Kontakte waren also nicht verloren.
Sie befanden sich lediglich nicht in den Exporten, die zuvor erstellt worden waren.
Wichtig ist dabei:
Ob diese Kontakte früher einmal als Android- oder Google-Kontakte gespeichert waren oder von Anfang an ausschließlich innerhalb von Telegram existierten, konnte im Rahmen dieser Analyse nicht abschließend geklärt werden.
Für die Datensicherung spielte das letztlich jedoch keine entscheidende Rolle. Entscheidend war, dass die Kontakte noch vorhanden waren und gesichert werden konnten.
Telegram als zusätzliche Kontaktquelle
Um sicherzugehen, dass keine weiteren Kontakte übersehen werden, wurde anschließend ein vollständiger Export über Telegram Desktop erstellt.Dazu wurde folgende Funktion verwendet:
Einstellungen → Erweitert → Telegram-Daten exportieren
Exportiert wurden:
- HTML
- JSON
Dabei ist wichtig zu beachten:
Die Anzahl der Kontakteinträge verschiedener Plattformen ist nicht direkt vergleichbar.
Einträge können Telefonnummern, E-Mail-Adressen oder andere Kontaktinformationen enthalten. Zusätzlich können Überschneidungen und Duplikate auftreten.
Die reine Anzahl der Einträge ist deshalb weniger wichtig als die Frage, ob alle relevanten Kontakte tatsächlich gesichert wurden.
Von Telegram-Daten zurück zu Android-Kontakten
Die exportierten Telegram-Daten lagen als JSON-Dateien vor.Diese Dateien können nicht direkt als Android-Kontakte importiert werden.
Deshalb wurden die Daten ausgewertet und in eine standardisierte VCF-Datei umgewandelt. Hierfür wurde ChatGPT als Hilfsmittel verwendet.
Die erzeugte VCF-Datei ließ sich anschließend problemlos wieder in Android importieren.
Nach dem Import waren auch die zuvor vermissten Kontakte vorhanden.
Ein anschließender Test bestätigte, dass die Daten korrekt übernommen worden waren.
Was ich aus dieser Erfahrung gelernt habe
Das eigentliche Problem war weder Google noch Telegram.Das Problem bestand vielmehr darin, dass ich davon ausgegangen war, sämtliche Kontakte würden automatisch in einem einzigen Export landen.
Die Kontakte-App vermittelt im Alltag genau diesen Eindruck.
Für viele Nutzer wirkt es so, als gäbe es ein einziges zentrales Adressbuch.
In der Praxis können Kontakte jedoch aus unterschiedlichen Quellen stammen, die jeweils eigene Exportmöglichkeiten besitzen.
Für technisch versierte Nutzer ist das selbstverständlich.
Für viele normale Nutzer ist diese Trennung jedoch nicht sofort erkennbar.
Meine Empfehlung vor einem ROM-Wechsel
Würde ich heute erneut einen Wechsel auf LineageOS, crDroid oder eine andere Custom-ROM vorbereiten, würde ich von Anfang an mehrere Kontaktquellen sichern und vergleichen.Meine empfohlene Vorgehensweise lautet:
- Android-Kontakte exportieren.
- Google-Kontakte exportieren.
- Telegram-Kontakte exportieren.
- Die Ergebnisse vergleichen.
- Wichtige Kontakte stichprobenartig prüfen.
- Erst danach den eigentlichen ROM-Wechsel durchführen.
Fazit
Meine Kontakte waren nie verloren.Sie waren lediglich auf mehrere Datenquellen verteilt.
Ohne den zusätzlichen Vergleich von Android-, Google- und Telegram-Exporten wären einzelne wichtige Kontakte möglicherweise beim späteren Systemwechsel übersehen worden.
Wer maximale Sicherheit möchte, sollte deshalb vor einem ROM-Wechsel nicht nur einen einzelnen Export erstellen, sondern sämtliche relevanten Kontaktquellen überprüfen und sichern.
Genau diese Erkenntnis war für mich die wichtigste Lehre aus dieser Erfahrung.
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