Nvidia DGX Spark im Test: Ein Blick in die Zukunft: Gaming auf GB10
4/6Nvidia DGX Spark ist ein KI-Dev-Toolkit, kein Gaming-PC – zumal sich die Anschaffungskosten für diesen Anwendungszweck auch im aktuellen Umfeld nicht einmal im Ansatz rechtfertigen ließen. Da überraschte es durchaus, dass Nvidia selbst Ende 2025 die Möglichkeit, auf DGX Spark auch zu spielen, ins Rampenlicht hob.
Möglich, dass Nvidia damals selber noch damit gerechnet hat, schon kurze Zeit später einen „Nvidia N1X“ mit denselben Eckdaten wie beim GB10 Superchip für Windows-on-Arm-Notebooks zu veröffentlichen – und einfach mal zeigen wollte, was schon unter Linux on Arm mit dem GB10 geht. Da jüngste Gerüchte davon sprechen, dass die Consumer-Variante jetzt wirklich bald erscheinen könnte, hat sich auch ComputerBase dieses Thema noch einmal angesehen.
GB10 Superchip vs. RTX 5070
Die GPU des GB10 bietet 6.144 Shader auf Basis der Blackwell-Architektur, was 1:1 dem Ausbau einer GeForce RTX 5070 (Test) entspricht. Die kommt allerdings nur auf 12 GB VRAM, während GB10 immer 128 GB Unified Memory anbietet. Ist GB10 also besser? In Sachen VRAM-Kapazität ja, aber der Speicher ist langsamer (273 GB/s vs. 672 GB/s) und die TDP niedriger (140 Watt SoC vs. 250 Watt Grafikkarte).
| GB10 Superchip | RTX 5070 | |
|---|---|---|
| Shader | 6.144 „Blackwell“ |
|
| ROPS | 48 | 90 |
| Speicher | 128 GB LPDDR5X | 12 GB GDDR7 |
| Speicherbandbreite | 273 GB/s | 672 GB/s |
| TDP | 140 W (SoC) | 250 W (dGPU) |
Aber wie schnell ist der Nvidia GB10 Superchip unter Linux jetzt wirklich in Windows-Spielen?
Gaming dank FEX + Proton
Das Vorgehen um das herauszufinden ist, solange der Steam-Katalog ausreichend ist, denkbar einfach: Nur drei Eingaben im Linux Terminal reichen aus, um auf DGX Spark Steam inklusive Proton und FEX zu installieren (Anleitung). Schon können viele Spiele, die über Proton bereits unter Linux auf einer x86-Plattform laufen, auch auf dem Arm-Linux-System ausgeführt werden. Wie das geht?
- Proton ist der bekannte Übersetzungs-Layer, um die Windows-API DirectX auf Vulkan zu übersetzen, damit DirectX-Spiele unter Linux lauffähig sind. Proton ist in Steam für Linux seit Jahren integriert und macht das Steam Deck (und in Zukunft die neue Steam Machine) durch Nutzbarmachung des Windows-Spiele-Katalogs erst möglich.
- FEX (GitHub) wiederum sorgt dafür, dass x86-Code auf Arm-Systemen ausgeführt werden kann. FEX ist nicht neu, aber neuerdings ist auch bei diesem Projekt Valve mit aktiv, weil das neue Valve-VR-Headset mit Arm-SoC auf FEX angewiesen ist um Windows-x86-Spiele ausführen zu können.
Welches Spiel mit Proton unter Linux statt Windows lauffähig ist, darüber klärt quasi tagesaktuell ProtonDB auf. Auch zu FEX gibt es eine Übersicht, sie ist das letzte Mal allerdings im Jahr 2020 aktualisiert worden und liefert keine Hilfestellung. Anwendungsszenarien gibt es bis dato aber auch so gut wie keine.
FEX wäre am Ende auch das, was Systeme mit Nvidia N1 unter Windows 11 on Arm nutzen müssten, um Windows-Spiele wiedergeben zu können. Proton bräuchte es, weil die Spiele im DirectX-Umfeld bleiben, hingegen nicht. Gut möglich, dass Nvidia die N1-Bemühungen am Ende auch deshalb vorerst nicht zum Abschluss gebracht hat.
Benchmarks
Je nachdem, aus welcher Perspektive man auf die Ergebnisse blickt, ist die von DGX Spark erzielte Leistung entweder überraschend hoch, oder eine Enttäuschung. In absoluten Zahlen ausgerückt wird in den beiden getesteten Titel die Leistung der Radeon 8060S der Strix-Halo-APU Ryzen AI Max+ 395 verfehlt und damit bleibt auch das Niveau der RTX 4070 Laptop GPU in weiter Ferne. DGX Spark muss aber eben auch mit weniger TDP, weniger Bandbreite, FEX, Proton und den unter Linux in der Regel tendenziell langsamen Nvidia-Treibern zurechtkommen.