Nvidia DGX Spark im Test: Fazit und Ausblick

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Jan-Frederik Timm (+1)
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Fazit

Hardware ist teuer Anfang 2026. Der Blick auf den kompakten Asus Ascent GX10 zum Preis ab 2.958 Euro lässt dennoch jedes Mal aufs neue Innehalten: Ganz schön teuer, die kleine Kiste – Entschuldigung, der kleine KI-Supercomputer.

Nvidia DGX Spark in Form des Asus Ascent GX10 im Test
Nvidia DGX Spark in Form des Asus Ascent GX10 im Test

Doch Nvidia DGX Spark als Basis aller Partner-Varianten und damit auch des Asus Ascent GX10 stellt AI-Entwicklern auch ein potenziell mächtiges Werkzeug Ouf-of-the-Box bereit. Die eierlegende Wollmilchsau ist DGX Spark aber nicht. Und was ist DGX Spark dann?

Ein Arm-CPU-Blackwell-GPU-Mini-PC, der das Nvidia-KI-Server-Ökosystem auf den Schreibtisch bringt und dafür eine GPU mit der Shader-Anzahl einer RTX 5070 mit 128 GB LPDDR5X Unified Memory kreuzt. Das Endresultat bedient mit seinen Vor- und Nachteilen eine ganz bestimmte Nische.

Das erste starke Argument für DGX Spark ist, dass Entwickler hier auf Basis eines Arm-CPU-Blackwell-GPU-Linux-Systems genau auf der Plattform unterwegs sind, die auch in den Grace-Blackwell-Rechenzentren zum Einsatz kommt. Was auf DGX Spark läuft, läuft auch in der mächtigen AI-Cloud, so der Grundgedankte. Wer mit Nvidia RTX oder Nvidia GeForce RTX entwickelt, kann natürlich Linux nutzen, eine Arm-CPU-Basis gibt es in diesem Umfeld für den Desktop aber nicht.

Ein zweites Argument sind die 128 GB Unified Memory. Denn die Blackwell-GPU im GB10-SoC kann damit auf mehr VRAM zugreifen als eine RTX Pro 6000 mit 96 GB (ab 8.199 Euro). Damit erlaubt der DGX Spark Dinge, für die Entwickler sonst noch mehr Geld investieren oder zwangsläufig in die Cloud müssten, vergleichsweise günstig auch lokal zu nutzen.

Der DGX Spark von Asus alias Ascent GX10 ist sehr kompakt, hat aber auch ein externes Netzteil, Beeling GTR9 Pro (Strix Halo unten) und Beeling GTi15 Ultra (mitte) nicht

Dafür bietet DGX Spark mit der vergleichsweise kleinen GPU am vergleichsweise langsamen LPDDR5X-Interface bei weitem nicht die Leistung einer RTX Pro 6000 oder RTX 5090, solange auch deren VRAM ausreicht. Und die DGX-Cloud-Systeme sind noch einmal wesentlich schneller. Nein, DGX Spark ist keine eierlegende Wollmilchsau, aber welches Produkt ist das schon?

Das dritte Argument für DGX Spark ist das, was Nvidia insbesondere neuen Entwicklern auf der eigenen Plattform an die Hand gibt. Besonders hervor stechen die so genannten „DGX Spark Playbooks“ (auch auf GitHub): Ausführliche Schritt-für-Schritt-Anleitung zu Einrichtung und Nutzung dutzender optimierter KI-Anwendungen auf dem DGX Spark.

Überzeugen kann Nvidia DGX Spark in Form des Asus Ascent GX10 auch in Bezug auf Optik, Haptik und Lautstärke. Im Leerlauf auf dem Linux-Desktop kaum wahrnehmbar, bleibt der Geräuschpegel auch unter Last (32 dB(A) aus 40 cm Abstand unter Dauerlast bei 180 Watt an der Steckdose) angenehm niedrig. Nur das Rauschen der Luft, nicht aber die Lüfter selbst sind zu vernehmen. Hoch ist der „Idle-Verbrauch“: knapp 40 Watt.

Zum zweifelsfrei hohen Preis liefert Nvidia DGX Spark also ab, was es verspricht: Eine Dev-Box für den Nvidia KI Software Stack auf dem Entwickler-Schreibtisch, die dank 128 GB Unified Memory auch Aufgaben stemmen kann, an denen per se viel schnellere GPUs scheitern. Kompakt und leise ist sie obendrein. Braucht es das? Es kommt ganz darauf an!

AMD will nachlegen

Dasselbe wie DGX Spark soll seit Anfang 2025 auch AMD Ryzen AI Max 300 alias „Strix Halo“ liefern. Doch auch hier hat es lange gedauert, bis erste Systeme auf den Markt kamen, und auch wenn es AI-Entwickler gibt, die Strix Halo nicht mehr missen wollen, weil es die eigenen Szenarien deutlich kostengünstiger als Nvidia DGX Spark oder eine RTX Pro abdeckt, blieb der durchschlagende Erfolg bisher aus.

Dabei ist wieder einmal AMDs Rückstand beim Software-Stack und nicht die Hardware die Ursache, doch genau hier soll Strix Halo als „KI-Entwickler-Tool“ ja eigentlich ansetzen. Stattdessen gab es keinen klaren Fokus, Gaming-Handhelds mit Strix Halo – und definitiv nicht das, was Nvidia mit DGX Spark an Begleitmaterial auf die Beine gestellt hat.

Dass die Plattform bisher nicht geliefert hat, weiß auch AMD. Gegen Ende des Jahres ging der Konzern verstärkt auf Nutzer zu – fragte Anwender nach deren ComfyUI-Workflows und PyTorch-Modellen inklusive Logs.

Und nicht nur das. Zur CES 2026 kündigte AMD an, Strix Halo noch einmal in einer eigenen Dev-Box aufzulegen – also 1:1 den Weg zu gehen, den Nvidia mit DGX Spark gegangen ist. Die Strix Halo Dev Box soll bekannte Hardware dabei nicht nur in ein neues, kleineres Gehäuse verfrachten, sondern auch mit optimierter Software ausgeliefert werden:

  • Voller ROCm-Support (AMDs Software Stack)
  • Optimierte Anwendungen (LM Studio, ComfyUI etc.)
  • Optimierte Gen-AI-Modelle (OpenAI OSS, Flux.2 etc.)
  • Support für populäre KI-Modelle ab Tag 0
Dev-Box von AMD mit Strix Halo
Dev-Box von AMD mit Strix Halo

ComputerBase hat den Ascent GX10 von Asus leihweise zum Testen erhalten. Eine Einflussnahme des Herstellers auf den Bericht fand nicht statt, eine Verpflichtung zur Veröffentlichung bestand nicht. Es gab kein NDA.

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