flaphoschi schrieb:
Natürliche steigt die Zahl der Anwender, man wird schlichtweg gezwungen. Das damit bessere Arbeitsergebnisse erzielt werden hat sich in den letzten Jahren nicht gezeigt.
Dem kann ich entgegenhalten, dass ich die Erfolge (und Misserfolge) der KI täglich nicht nur erlebe, sondern auch mitgestalte.
In den sozialen Medien verbreiten sich negative Nachrichten leider stärker, was einen Echo-Effekt hervorruft und eine Negativspirale entstehen lässt. Dadurch entsteht der Eindruck, dass es viel schlimmer ist, als es tatsächlich ist. Negative Stimmen sind nicht nur lauter, sondern äußern sich auch häufiger. Zufriedene Nutzer kommen in den sozialen Medien meist nicht zu Wort, da sie einfach zufrieden sind und keinen Anlass sehen, darüber zu berichten.
flaphoschi schrieb:
Ich kann für die Programmierung sprechen, es ist viel mehr unstrukturierter Code, den weniger von Entwicklern verstanden wird. Was war nochmal unser Problem? Ein Mangel an Quellcode? Nein. Ein Mangel an Qualität und viele schlechte Programmierer.
Da ich selbst in der Robotik und Automatisierung tätig bin und in über 90% der Fälle meine Kunden davon profitieren, kann ich zu diesem Thema mitreden.
Da ich mich außerdem regelmäßig mit Kollegen aus verschiedenen Branchen darüber austausche und die Ergebnisse auch vor Ort prüfe, kann ich garantieren, dass KI einer der größten Fortschritte der letzten Jahrzehnte ist und noch enormes Potenzial hat.
In der Hafenlogistik erledigt die KI in wenigen Minuten, was Menschen zuvor über Tage geplant und ausgerechnet haben. Beispielsweise übernimmt sie die Lastenverteilung der Container auf einem Schiff oder die optimale Lagerung an Land, um Fahrtzeiten zu reduzieren.
Die KI ist nicht nur um den Faktor 1000 schneller, sondern macht auch nur einen Bruchteil der Fehler eines Menschen. Die verbliebenen Mitarbeiter sind nur noch dazu da, die wenigen Fehler der KI zu protokollieren und temporär zu korrigieren, bis „wir“ das System entsprechend anpassen.
Durch den Einsatz von KI arbeiten die Maschinen effizienter und sparen so wertvolle Zeit, die sich in einer geringeren Wartezeit für LKW-Fahrer und letztlich für die Empfänger widerspiegelt.
In anderen Bereichen, beispielsweise in Bäckereien, erstellt die KI Prognosen darüber, wie viele Backwaren am Abend oder für den nächsten Tag noch zubereitet werden müssen und was nachbestellt werden sollte.
Der Mensch muss sich nicht mehr mehrere Stunden pro Woche damit beschäftigen, sondern kann die Vorschläge der KI mit wenig Aufwand bestätigen oder anpassen. Der Grund: Die KI kann (noch) keine Ausnahmefälle einschätzen. Doch auch dafür ist nur noch ein Bruchteil der Zeit nötig.
Der Mensch wurde vom einfachen Manager zum Prüfer ersetzt.
Das sind nur zwei Beispiele, die ich diesen Monat selbst gesehen und mich darüber mit den Verantwortlichen unterhalten habe.
flaphoschi schrieb:
Den großen gesamtgesellschaftlichen Nutzen werden wir nicht erleben. Es wird mehr und schneller. Und das ist schlecht. Weder wird es für euch denken, noch tolle neue Spiele abwerfen und den Fusionsreaktor bauen den wir wollen. Woher soll dir AI das wissen? Aus den geklauten Trainingsdaten bei GitHub? Wir haben es noch nicht herausgefunden, also steht es da nicht.
Man sollte KI nicht als Ersatz des Menschen betrachten, sondern als vielseitiges Werkzeug anerkennen.
Meiner Beobachtung nach ist der größte Fehler, die Rendite der KI als wesentliche Kennzahl herauszurechnen.
So wie eine gut funktionierende IT in einem Unternehmen keinen Gewinn erzielt, sondern dafür sorgt, dass alle anderen Abteilungen höhere Gewinne erzielen oder geringere Verluste verursachen, so ist auch die KI nicht dazu da, Umsätze zu generieren, sondern Prozesse zu optimieren und allen anderen zu ermöglichen, viel effizienter zu werden.
Natürlich ersetzt KI bereits menschliche Arbeit und wird dies auch in Zukunft tun.
Das muss jedoch, wie bei der Industrialisierung, nicht zwangsweise langfristig negativ sein, wenn Menschen durch Maschinen ersetzt werden.
Die hohe Lebensqualität in Industrieländern verdanken wir Maschinen.
Wie es ohne Maschinen, Computer und Automatisierung wäre, kann man heute noch in "armen" Ländern und Regionen beobachten.
Es reicht, sich auf YouTube Videos anzusehen, in denen beispielsweise Menschen in Indien Dinge herstellen, die in hochentwickelten Ländern viel effizienter produziert werden.
Während sich in Indien mehrere Menschen buchstäblich krank arbeiten, sind in Industrieländern nur noch Ingenieure, Bediener, Mechaniker und Reinigungskräfte beschäftigt, die mit diesen Maschinen arbeiten.
Und neuerdings werden diese Maschinen eben durch KI noch effizienter.
P.S:
Es würde bereits genügen, wenn die meisten Hater verstehen würden, dass KI keine buchstäbliche menschliche Intelligenz ersetzen soll.
So wie die künstliche Intelligenz keine echte Intelligenz ist, falten Zitronenfalter auch keine Zitronen.
Man darf sich nicht auf eine Bezeichnung fixieren, sondern muss ihre Bedeutung verstehen.