Das erste Witcher Spiel hatte ich mir damals sogar vorbestellt und hatte es zu ca. 2/3 durch, bevor ich irgendwie das Interesse verlor. Es war sperrig, aber durch seine Spielwelt und Charaktere für manche Stunden wahnsinnig interessant.
In Witcher 2 bin ich nie weit gekommen, kurz nachdem man mit dem Schiff davonsegelt hab ich aufgehört. Ich kam mit der Steuerung nie klar.
Aufgrund dieser Erfahrungen hab ich sehr lange mit W3 gezögert, bis mir mein Kumpel anriet, es bitte einfach zu spielen. Und was soll ich sagen...
150 Stunden hab ich in W3 inkl. den beiden AddOns investiert. Ab und zu gab's mal ne Pause von ein paar Wochen und somit hat sich die Spielzeit gut hingezogen, aber ich fand fast jede Minute davon absolut unglaublich. Einzig das rumtuckern mit dem Boot rund um Skellige war mehr nervig und anstrengend. Der Rest? Da hat ein Höhepunkt den anderen gejagt.
Nie wieder hat mich ein Spiel mit seinen Charakteren so sehr mitgenommen. Geralt alleine ist so gut getroffen, wennauch leicht anders als in den Büchern. Aber sein trockener Humor und die Tatsache, dass er eigentlich ein gutes Herz hat, waren genug. Ich konnte auch nur wenige Quests "böse" abschliessen, weil ich immer nur das gute tun wollte. Aber wir wissen ja, in der Welt von Geralt gibt es kein schwarz und weiss.
Die Regie, die musikalische Untermalung, die Farbtöne. Das alles ergibt eine Stimmung die traumhaft schön, aber auch extrem düster und traurig sein kann. Das spiel schwankt zwischen humoristischen Einlagen und absolutem Schwermut. Die berühmte Red Baron Quest ist hier nur die Spitze des Eisberges.
Bei der Jagd nach Vampiren hab ich mich gegruselt, Suppe löffeln hat mich fertig gemacht, mir war bange vor dem Spukhaus oder dem Leuchtturm und bei Quests wie der Pfanne der alten Dame oder Trollololo hab ich herzlich gelacht.
Tja und dann.. dann gibt's auch so was:
Witcher 3 war für mich nicht nur ein Spiel, es war ein Erlebnis.
Ich hab bittere Tränen geweint als man
Vesemir auf dem Scheiterhaufen dem Jenseits übergeben hat, weil ich nur wenige Wochen zuvor meinen eigenen Vater verloren hatte.
Leider aber hatte W3 auch einen sehr bitteren Nachgeschmack für mich, weil es nie wieder ein Spiel seither geschafft hat, die selbe Sogwirkung und Faszination zu entwickeln. Ich hab nie wieder so viel Zeit in ein Rollenspiel versenkt, weil ich den Zugang nicht fand und immer alles mit W3 verglich. Und das hat leider auch dazu geführt, dass ich selbst Jahre später keinen zweiten Durchlauf machen konnte, weil ich mich an so ziemlich alles irgendwie erinnern kann, und sei es nur ansatzweise. Und ich finde, es spielt sich heute nicht mehr ganz so gut wie damals.
Für mich bleibt Witcher 3 eines der besten Spiele die ich je erleben durfte.
Und hier noch meine 2 Hot-takes:
Hearts of Stone ist trotz geringerem Umfangs der bessere DLC, einfach aufgrund der Story. Unglaublich gut. Die Story in B&W war... lahm. Und das farbenfrohe Toussaint sagte mir weniger gut zu.
Und ausserdem: Team Triss. Immer.