Muntermacher schrieb:
Ich kann nur für mich sprechen, aber als jemand, der noch das Ur-Pacman kennenlernte, ist zu echt aussehende Grafik schon wieder Spielspaß zerstörend. Ich kann mir aber vorstellen, daß später Geborene dies anders sehen, bzw
kann ich mir vorstellen, das dee Grafikstand, mit dem man aufwuchs, entscheiden für die Einstellung swin kann.
Das Problem das du ansprichst kann ich nachvollziehen, aber die Ursache dafür liegt nicht in der Grafikqualität, sondern in dem, was man damit erreichen möchte.
2D Pixelgrafik wurde damals relativ schenll perfektioniert bis zu dem Punkt wo Verbesserung keinen Nutzen mehr hatte. 2D Grafik sah zudem selbst in seiner simpelsten Urform schon künstlerisch ansehnlich aus.
3D Grafik hingegen hat das Problem, dass 3D Welten dargestellt werden sollten, diese aber nicht so dargestellt werden können, wie die Grafikdesigner sich das wünschen, da die 3D Grafik von anfang an extrem vielen Limitierungen unterlag. Das wurde durch den technischen Fortschritt über die Jahre natürlich immer besser bis zu dem Stand heute, aber die Reise ist ja noch lange nicht zuende. 3D Grafik hatte daher bisher auch immer mit dem Problem zu kämpfen, dass die meisten sie rückblickend hässlich finden. 3D Spiele aus den frühen 2000ern sehen halt definitiv hässlich aus. Auch Spiele um 2010 sind heute nicht mehr wirklich schön anzusehen. Das zeigt das Problem.
3D Grafik kann daher mMn. zumindest aus technischer Sicht gar nicht gut genug sein. Das Ziel sollte Pathtracing bei absolut perfekter Bildqualität ohne jegliche Artefakte und zugleich unendlich vielen Details und beliebig aufwändiger Physik und Animation sein. Um eben eine Darstellungsqualität zu erreichen die der eines offline CGI Render entspricht (auch dort wird Pathtracing genutzt)
Das was du ansprichst ist dann eher eine Stilfrage. Schau dir z.B Borderlands an. Das hat immer den gleichen Cellshading look. Und trotzdem sieht Borderlands 4 mit Unreal Engine 5 besser aus als der erste Teil mit Unreal Engine 3. Einfach weil es weniger Limitationen bei der Detail und Objektdichte gibt, weniger Popin beim level Streaming, homogenere Beleuchtung durch Raytracing/Lumen (was trotz Cell Shading ein wichtiger Aspekt ist damit die Ausleuchtung konsistent und sauber wirkt). Und viele weitere Dinge. Auch in einer Unreal Engine 6 oder 7 incl Pathtracing würde das Spiel noch viel besser aussehen. Bis zu dem Punkt an dem man mit Echtzeit Computergrafik ungehindert das gleiche umsetzen kann, wie mit CGI offline rendering in Filmen.
Das was 3D Spiele bisher waren ist ein Produkt aus künstlerischer Vision und den Limitierungen des Echtzeitrenderings.
Es wären noch viel bessere Ergebnisse möglich, wenn die Limitierungen des echtzeit Renderings nicht vorhanden wären oder eben immer geringer werden.
Deswegen würde ich dir auch widersprechen. Bessere Technik heißt noch lange nicht, dass Spiele deswegen fotorealistisch sein müssen und ihren Charme verlieren. Im Gegenteil. Es erlaubt den Entwicklern mehr künstlerische Freiheit mit weniger technischen Limitierungen.
Das tolle wäre, sobald wir diesen Punkt mal erreicht haben, in meinetwegen vielleicht 20-30 jahren und der Grenzertrag langsam sinkt, dann werden auch 3D Spiele für die Ewigkeit gemacht.
Ein Spiel aus 2050 wäre dann auch im Jahre 2100 noch genauso toll anzusehen.
Ähnlich wie man sich heute auch Filme aus den 70ern und 80ern ansehen kann, ohne dass man es vor Schreck wieder abschaltet. Mit Spielen ende der 90er oder frühen 2000ern klappt das nicht so gut...