@MariaDocks
Tatsächlich hab ich von Kulturgut gesprochen, nicht von Kunst, da ich nicht jedes Werk, auch wenn es künstlerische Intention enthält, gleich als Kunst bezeichnen würde. aber das ist Erbsenzählerei. Also betrachten wir vereinfacht Pragmata (auch vertretungsweise) als eine Art Kunstwerk in Form der Vereinigung von Handwerk und Kreativität mit ausreichender Schöpfungshöhe, oder so.
Hmm, das könnte ja doch eigentlich auch auf ein Auto zutreffen? 🤔 Nee, Spaß.
Schön, dass du die versauten Remaster/Remakes ansprichst. Die werden nämlich idR alle ohne Beteiligung der ursprünglichen "Künstler" entworfen. Ganz besonders dieser RTX Remix Kram sei mal als unteres Extrem genannt.
Ich versuch mal jetzt konkret auf Pragmata einzugehen, wobei ich mich bei den Bildern im Artikel bediene, da ich mangels RTX-Karte und Spiel nichts eigenes anfertigen kann (immer das erste PT, das zweite RT):
PT hellt das ganze Bild auf, die diffusen Schattenverläufe an den Metalloberflächen gehen verloren, dafür sind die Kontrase so hoch, dass manche Ecken im Schwarz absaufen. Die Oberfläche spiegelt viel klarer, als wäre es ein anderes Material.
Ja, die kaputten Spiegelungen machen es schwer, an RT was positives zu sehen, aber mir geht es ja um die Änderungen in der Inszenierung. Zum einen haben die Fassaden plötzlich andere Farbtöne. Der hohe Kontrast weiter hinten am rechten Gebäude wird zu einer hellen und dadurch irgendwie flach wirkenden Fläche. Die Autos im unscharfen Halbschatten stechen plötzlich scharf heraus, wie deplazierte Assets.
Das Gleiche wie im im esten Bild. Die beleuchteten Bereiche werden viel heller, die schattigen saufen dafür ab. Der Boden wurde glasiert. Dianas Beine wirken irgendwie comic-artig und Hughs Anzug-LED strahlen plötzlich statt nur zu leuchten. Lustig: die Beschriftung unten an der Stütze am linken Rand wirft einen eigenen Schatten.
Die Kontraste an der Deckenkonstruktion gehen völlig verloren, die transparenten Flächen an der Seite spiegeln plötzlich und Hughs Anzug verliert die kontrastreichen Details.
Aufhellung, glasierter Boden, Türelemente leuchten plötzlich
Plötzlich reflektiert das Fenster, so dass man kaum noch durchschauen kann. Die absaufenden Falten an Hughs Anzug sehen aus wie Grafikfehler.
Also ich sehe hier eindeutig, dass die grafisches Inszenierung, die Art-Direction, verändert wurde. Unabhängig davon, ob es jetzt subjektiv besser aussieht, die Physik korrekter ist oder einfach nur "Neu ist immer besser".
So, warum das Suchspiel? Weil Path Tracing nicht einmal auf den offiziellen Seiten von Capacom zu Pragmata beworben wird. Weder auf der offiziellen Seite noch auf Steam. Alle Trailer dazu stammen von Nvidia und auf diese Nvidia-Trailer wird wiederum auch nicht von Capcom verwiesen. Warum wirbt Capcom nicht mit der tollen Technologie? Meine Schlussfolgerung ist daher eben: Capcom hat damit nichts zu tun, das ist ein reines Nvidia-Produkt, das unabhängig von der eigentlich Entwicklung hinzugefügt wurde. (Im übrigen ist das bei DLSS5 genau so bereits passiert)
Warum? Tja, da sind wir beim Punkt. Ich kann tatsächlich die wildesten Verschwörungstheorien entwerfen, die mir hier vorgeworfen werden. Die Auswirkung ist aber eindeutig, dass das Monopol von Nvidia zementiert wird.
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AutoKunstvergleich: Maler malt ein Bild, schließt irgendeinen Vertrag mit dem Farben-Lieferanten ab. Der Künstler veröffentlicht sein Bild in seinem Atelier. Aber der Farbenlieferant darf das Bild nehmen, es nach eigenem Gutdünken verschönern und in seiner eigenen Edel-Vernisage (mit Häppchen!) zeigen, für die er selbst kräftig Werbung macht, damit alle zu ihm kommen, statt in die Fabrikhalle vom Künstler am Stadtrand. Ach ja, der Eintritt für Besucher ist 1000€, aber das lohnt sich! Immerhin sieht das Bild hier viel knalliger aus. Und es gibt Häppchen! Im Atelier des Künstlers selbst nur Fettbemmchen. Und das Bild ist da nicht so knallig.
Die renomierte Zeitschrift Artsi-Fartsi berichtet natürlich über das neue Werk. Vorab, die durften das Werk nämlich schon eine Woche früher sehen. Und da schreiben sie dann einen ehrlichen Eindruch des Werks, aber lieber nichts kritisches über den Farbenhersteller, denn sonst gibt es demnächst keine Einladungen mehr zu Vorab-Präsentation bei Edel-Vernisagen, die die meisten Leser interessieren. Dann fehhlen die Berichte, die alle erwarten im Heft, keiner kauft mehr die Artsi-Fartsi und der Verlag geht insolvent.
Na, Kunstvergleiche sind genauso blöd wie Autovergleiche, lassen wir das.
Welchen Grund, welchen Vorteil hat nun der Künstler sich mit dem Farbenhersteller einzulassen? Ich wüsste das gerne mal. Weiße es aber nicht und bin nicht in der Lage, das in Erfahrung zu bringen.
Ich will mit meinen Beiträgen aber darauf verweisen, dass das nicht meine Aufgabe ist, sondern die von journalistischen Medien wie ComputerBase wäre, statt dass sie über Nvidias Technologien mit einem auffallend positiven Framing berichten. Das ist alles.
Auf diese Strohmänner mit AMD und so mag ich nicht mehr eingehen.