Krik schrieb:
Die meisten Menschen erfassen ein Objekt als Ganzes bzw. als eine Einheit (z. B. das Wort). Nur wenn dieses Ganze nicht erkannt werden kann, fängt man an sich die Details im Inneren genauer anzusehen (z. B. die Buchstaben).
Absolut richtig, das ist wichtig, um zu verstehen, warum mittlerweile auch eher davon ausgegangen wird, dass Lesenlernen bis zum flüssigen Lesen langer Texte mit üblicher Fachartikellesegeschwindigkeit bei mit Alphabet geschriebenen Schriften unterm Strich gar nicht schneller geht als bei Chinesisch.
Krik schrieb:
Das mit der Wegstrecke ist für mich nicht nachvollziehbar. Wir nehmen horizontal einen viel größen Bereich scharf wahr als vertikal. Solange die Liste nicht zu lang ist, müssen wir dadurch unsere Augen sogar weniger bewegen.
Nein, der scharfe Bereich ist ca. kreisförmig, wir haben nur zwei nebeneinanderliegende. Dass wir horizontal mehr wahrnehmen als vertikal stimmt zwar, das kommt aber nicht von den Scharfbereichen in den Augen und hat auch mit Schriftwahrnehmung wenig zu tun, weil es auch völliger Konsens ist, dass die wenigen Leute, die sich hier in der ForumBase auf CB die Beitragsweitenbegrenzung deaktivieren um Absatzdarstellungen der Beiträge auf volle Bildschirmbreite zu stretchen, seltene Ausnahmen von der Regel sind, dass die allermeisten Menschen bei zu breit werdenden Absätzen in griechischen, lateinischen oder kyrillischen Lettern starke Probleme bekommen, nicht in der Zeile zu verrutschen. Schrift- und Symbolauswertung wird absolut uneffektiv, wenn sie auch nur in die Nähe der äußeren Bereiche des ovalen Sichtfeldes kommt. (bei Leuten, die zwei Augen haben)
Die Form des Sichtfeldes ist dann relevant, wenn wir über Bildschirmmaße nachdenken - da ist 16:9 oder breiter durchaus sinnvoll, wenn sie größere Teile des Gesamtsichtfeldes einnehmen. Schift und Schaltsymbolik sollte aber so große Teile des Sichtfeldes nicht einnehmen und wenn, wie im 20. Jh. in Flugzeug-Cockpits, dann sollten die Symbolhorden in getrennt wahrnehmbare Gruppen unterteilt werden. Worauf die Idee zum Win7-Startmenü zurückzukehren dann zurückfällt, ist lediglich, das nichttextuale Symbol über dem Text abzuschaffen und durch Reintext zu ersetzen, aber das ist dann auch nur in Alphabetschriften quer, weil das nie ansatzweise in die Ausmaße des Gesamtsichtfeldes kommt. Und es herrscht in der Welt weitgehender Konsens darüber, dass Verklehrssymbole nach der Wiener Konvention schneller wahrgenommen und ausgewertet werden, als die Schriftmassen auf Schildern in Nordamerika. Also ein grüner Pfeil auf einem quadratischen schwarzen Brett neben der Ampel funktioniert besser als Nordamerikas weißes Schild mit der Aufschrift "RIGHT TURN ON RED AFTER STOP", wobei letzteres auf Schildern auch gerne
als horizontale Textkolumne gesetzt wird.