getexact schrieb:
Wer denkt, dass das heute bei Erwachsenen Menschen noch eine Rolle spielt, weiß nicht, der bewegt sich entweder in wenig gebildeten Kreisen, oder auf dem Schulgelände.
Weder Bildung noch Intelligenz sind entscheidend, wenn es um Vergleiche zwischen Menschen geht. Im Kern wirken Sozialisierung und sozialer Druck.
Bildung bedeutet das Ansammeln von Wissen. Intelligenz ist dagegen die Fähigkeit, Wissen kritisch anzuwenden und Probleme zu lösen, für die es kein fertiges Rezept gibt. Doch in sozialen Vergleichen spielen beide Faktoren nur eine Nebenrolle.
Wer sich über Besitz misst(im Kleinen wie im Großen), führt einen sozialen Kampf, unabhängig von Einkommen oder Bildungsgrad. Unter Wohlhabenden hört man dieselben Muster wie unter Ärmeren, nur die Ausdrucksweise unterscheidet sich. Gleiches gilt für Gebildete und Ungebildete: Die Mechanismen des sozialen Vergleichs bleiben dieselben.
Wenn also jemand das Gefühl hat, „dumme Kommentare“ zu bekommen wie
@9t3ndo , liegt das weniger an mangelnder Intelligenz oder Bildung, sondern an der Sozialisierung der Kolleginnen und Kollegen. Gruppendynamiken („wir gegen die“ auch im Sinne von "wir sind besser als die wegen xy") entstehen schnell, unabhängig vom Bildungsniveau. Die Sozialpsychologie zeigt zudem, dass Menschen in Gruppen(Unternehmen folgen auch nur Einstellungsprozessen) oft Ähnlichkeit suchen – dadurch verstärken sich erlernte Verhaltensweisen.
Niemand ist frei von seiner Sozialisierung. Doch wir können Muster erkennen und unsere ersten Impulse hinterfragen. Sich zu entschuldigen, statt auf Stolz zu beharren, ist bereits ein Ausdruck von Intelligenz – und von kritischem Denken.
Von daher, die Diskussionen um wie wir uns als Menschen bewerten sind real, ein Konkurrenzkampf in sozialen Klassen und Hirarchien ist leider etwas, wo wir jeden Tag drauf trainiert werden und trainieren, ganz unterbewusst.
Weil natürlich ist es egal, ob Menschen arm oder reich sind, gebildet oder ungebildet, intelligent oder nicht, wir sind alle Menschen und wir haben ein ähnliches Toolkit an der Hand, wenn auch nicht das Gleiche.
Der Kapitalismus hat es geschafft, das wir durch diesen Klassenkampf die Wirtschaft ankurbeln, weil nichts anderes soll der Überbietungsdrang bringen, nur Geld.
Die Freude daran, das ein Produkt den eigenen Alltag erleichtert, auch darüber unsichtbar zu werden, so das man nicht mehr drüber nachdenkt oder Neugier zu wecken, das ist leider schon lange nicht mehr die Triebfeder unseres schaffens.
Daher können Diskussionen bei solchen Launches halt nie rein technisch und wissbegierig geführt werden.
Auch ziemlich ungebildet und wenig intelligent von uns allen(schließe mich da ein).
Für mich hat das solche Produktevents total unemotional gemacht.
Egal ob ich mir das Produkt hole oder nicht, es spielt garkeine Rolle darüber zu diskutieren.
Weil die zu lesenden Diskussionen eher einem Konkurrenzkampf dienen und diese sind immer dazu da um zu unterdrücken oder unterdrückt zu werden.
Nie um neue Erkenntnisse.