Hotzenplotz45 schrieb:
Viel Text und wenig Information. 💁
In der Normierung stehen 9.5 Ampere pro Pin als Maximum. Das macht in der Summe etwas über 680 Watt Peak. Ich habe es mit einer 5090 und 600 Watt BIOS (617 Watt brutto) und somit bei etwas über 10 A getestet, nachdem ich eine Leitung gekappt hatte. Ging aus, genau wie erwartet.
Allerdings gibt es einen deutlichen Abschlag, und man darf die 9,5 Ampere pro Pin keinesfalls einfach mit sechs multiplizieren und daraus eine reale Dauerlast ableiten. Diese 9,5 Ampere sind ein Idealwert, der nur gilt, wenn ein einzelner Kontakt perfekt ausgerichtet, sauber und thermisch isoliert betrieben wird. In der Praxis erwärmt sich aber nicht ein Pin allein, sondern alle Kontakte beeinflussen sich gegenseitig. Je mehr Pins gleichzeitig Strom führen, desto stärker steigen Übergangswiderstände und lokale Temperaturen, wodurch die Belastbarkeit jedes einzelnen Kontakts sinkt.
Aus diesem Grund wird in den Normen und auch in der PCI-SIG-Spezifikation ein sogenanntes Derating angewendet. Das bedeutet: Wenn alle sechs Leistungs-Pins
gleichzeitig belastet werden, darf man pro Kontakt nur noch mit etwa 7 bis 8 Ampere rechnen. Das ergibt eine Gesamtdauerlast von ungefähr 55 Ampere, was bei 12 Volt rund 600 Watt entspricht. Dieser Wert wird auch offiziell als zulässige Dauerleistung des 12V-2×6 angegeben. Jetzt weißt Du auch, wo der Triggerwert von 7.5 A fürs Balancing herkommt.
Die 9,5 Ampere gelten also eher als theoretisches Maximum unter Laborbedingungen, während die 55 Ampere Gesamtlast den realistischen Grenzwert für einen vollständig belegten, gleichmäßig belasteten Stecker darstellen. Schon kleine Fertigungstoleranzen, leicht schräg sitzende Kontakte oder minimale Übergangswiderstände können den Temperaturhaushalt so verändern, dass höhere Ströme schnell kritisch werden.
Die Eskalationsstufen stehen in meinem Artikel, der in der News verlinkt wurde.