News Arctic MX-7: Neue Wärmeleitpaste soll „höchste Ansprüche“ erfüllen

Anti-Monitor schrieb:
Diese Fimo-Knete lässt sich furchtbar verstreichen. Hat das thermische Vorteile?
Du musst bedenken, das "feste Zeug" leitet die Wärme gut, nicht das Zeug was es verarbeitungsfähig macht. Anders ausgedrückt, besteht eine Wärmeleitpaste (vereinfacht) aus Silikon und Metallzusätzen, je mehr "Filler" zugesetzt wurde, desto höher ist das Potential für eine gute Wärmeleitung, aber desto schlechter lässt sich das Zeug verarbeiten.

Ist zwar nicht das einzige entscheidende Merkmal, es kommt auch drauf an was in welcher Form zugesetzt wird, aber praktisch alle Pasten mit höchster Wärmeübertragungsleistung sind entsprechend dickflüssig und sollten vorher vorgewärmt werden.
 
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DevPandi schrieb:
Nein, Igors Test ist gut an der Stelle, keine Frage. Jedoch nicht wissenschaftlich. Um wissenschaftlichen Ansprüchen zu genüg, müsste da viel mehr gemacht werden. Da reden wir dann nicht nur von Samples im einstelligen oder zweistelligen Bereich und von einer Charge. Genauso müssen dann ganz andere Anforderungen gestellt werden und ebenso alles mögliche an Toleranzen transparent kommuniziert werden.
Der Kern des Missverständnisses liegt sicher mal wieder darin, dass „akademisch“ und „wissenschaftlich“ häufig gleichgesetzt werden, obwohl sie methodisch und zielgerichtet etwas völlig Unterschiedliches bedeuten.

Ein rein akademischer Test ist primär erkenntnisorientiert. Er wird in der Regel an Hochschulen oder Forschungseinrichtungen durchgeführt und verfolgt das Ziel, allgemeingültige Aussagen über Zusammenhänge, Gesetzmäßigkeiten oder Materialverhalten zu treffen. Dafür werden große Stichprobenumfänge benötigt, oft aus vielen Chargen und über lange Zeiträume hinweg. Statistische Signifikanz, Konfidenzintervalle, Varianzanalysen und Fehlerfortpflanzung stehen im Vordergrund. Die Versuchsanordnung wird häufig bewusst vereinfacht oder abstrahiert, um einzelne Effekte isoliert untersuchen zu können. Ein akademischer Test beantwortet damit die Frage, wie sich ein Materialtyp im theoretischen Mittel verhält, nicht zwingend, wie sich ein konkretes Produkt in einer realen Anwendung schlägt.

Ein wissenschaftlicher Test im industriell-technischen Sinne ist dagegen anwendungsorientiert. Er folgt definierten Normen oder normnahen Verfahren, etwa ASTM (bei mir 5470), ISO oder DIN, und zielt auf Reproduzierbarkeit, Vergleichbarkeit und technische Aussagekraft unter kontrollierten Randbedingungen ab. Hier ist nicht die maximale Stichprobengröße entscheidend, sondern die saubere Definition der Prüfparameter, die Kontrolle aller Einflussgrößen und die transparente Angabe von Messunsicherheiten. Genau so werden Materialien bei Herstellern, Zulieferern, OEMs und Prüflaboren qualifiziert. Ein solcher Test ist wissenschaftlich, weil er messbasiert, reproduzierbar, nachvollziehbar und falsifizierbar ist, auch wenn er sich bewusst auf eine Charge oder ein definiertes Sample (bei mir 4 Chargen) beschränkt.

Mein ASTM-basierter Test fällt eindeutig in diese zweite Kategorie. Er ist nicht akademisch im Sinne einer breit angelegten statistischen Grundlagenstudie, aber er ist wissenschaftlich im Sinne einer normorientierten Materialcharakterisierung. Alle relevanten Größen, thermischer Widerstand, effektive Wärmeleitfähigkeit, Bond Line Thickness und Interface-Anteil, werden unter definierten Bedingungen ermittelt, mit dokumentierten Toleranzen, Regressionsgüten und Messunsicherheiten. Die Ergebnisse sind reproduzierbar und zwischen Produkten direkt vergleichbar, was genau dem Zweck solcher Tests entspricht.

Die Forderung nach sehr großen Stichproben und vielen Chargen ist daher keine Voraussetzung für Wissenschaftlichkeit, sondern für eine bestimmte Art von Wissenschaft, nämlich akademische Statistik und Grundlagenforschung. Diese beantwortet andere Fragestellungen, etwa Langzeitverhalten, Chargenstreuung oder Alterungseffekte über Jahre hinweg. Dass ein Test diese Aspekte nicht abdeckt, macht ihn nicht unwissenschaftlich, sondern definiert lediglich seinen Gültigkeitsbereich. :)

Aber ich kann hier beruhigen, denn Erstens werde ich zumindest die Top 10 und alle Pasten, bei denen Auffälligkeiten gemeldet werden, periodisch oder bei sichtbarem Bedarf nachtesten und Zweitens werde ich die Top-Pasten beginnend im Januar auch alle industriell auf echte Haltbarkeit testen. So ein Investment scheuen sogar die meisten Pastenhersteller selbst. :D
 
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xexex schrieb:
Du musst bedenken, das "feste Zeug" leitet die Wärme gut, nicht das Zeug was es verarbeitungsfähig macht.

Ist sollten vorher vorgewärmt werden.
Ja keine Frage, war nur verwundert. Die alten Pasten kühlten ja die alten Hitzköpfe auch gut (im PC Bereich wo eh große Kühler drauf sind).
Mein Bruder verwendet Kupferpaste aus dem KFZ-Bereich und lebt gut damit.

Der Tipp mit der Erwärmung ist gold wert. Nehme ich mit und hätte ich auch in der Anleitung erwartet.
 
Anti-Monitor schrieb:
Mein Bruder verwendet Kupferpaste aus dem KFZ-Bereich und lebt gut damit.
Die doch sicher leitend ist... würde ich im PC nirgendwo verwenden wollen.
 
Anti-Monitor schrieb:
Ich habe vor ein paar Wochen mal wieder einen Rechner zusammengebaut und das erste mal mx-6 verwendet. Ich war nach 30 Jahren PC-Bauerei erschrocken über die Konsistenz. Diese Fimo-Knete lässt sich furchtbar verstreichen. Hat das thermische Vorteile? Hätte mich gefreut über eine alte Tube mx-silberpaste.

So kennt man ihn den IT Boomer, versteht nicht, dass sich die Zeiten geändert haben und das alte Wissen längst überholt oder sogar falsch und gefährlich ist. Fällt natürlich nicht auf wenn man 30 Jahre stehen bleibt. Dabei wäre die Lösung so einfach gewesen

https://support.arctic.de/mx-6
 
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VRAM schrieb:
So kennt man ihn den IT Boomer, versteht nicht, dass sich die Zeiten geändert haben und das alte Wissen längst überholt oder sogar falsch und gefährlich ist. Fällt natürlich nicht auf wenn man 30 Jahre stehen bleibt. Dabei wäre die Lösung so einfach gewesen

https://support.arctic.de/mx-6

...was natürlich im direkten Widerspruch zum Anleitungsvideo für Thermal Grizzly Duronaut steht.
Jene hochviskose Paste soll L-A-N-G-S-A-M verstrichen werden...
 
VRAM schrieb:
So kennt man ihn den IT Boomer, versteht nicht, dass sich die Zeiten geändert haben und das alte Wissen längst überholt oder sogar falsch und gefährlich ist. Fällt natürlich nicht auf wenn man 30 Jahre stehen bleibt.

Das tolle wird sein, was du dir in 30 Jahren anhören musst. 😂
 
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Anti-Monitor schrieb:
Diese Fimo-Knete lässt sich furchtbar verstreichen. Hat das thermische Vorteile? Hätte mich gefreut über eine alte Tube mx-silberpaste.
Sowohl die Alphacool Apex als auch die Kold-01 hatte ich vorher im Wasserbad erwärmt und den Heatspreader mit einem Fön vorgewärmt.
Ich mache dann immer einen Klecks in die Mitte und verteile die Paste mit dem Spatel nach außen zum Rand des Heatspreader.
Die Apex sah nach drei Jahren auf einem Ryzen 5800X3D immer noch gut aus und die Temperaturen waren auch in Ordnung, nur wollte ich die Kold-01 testen.

Die Silberpaste, die Du meinst, ist wahrscheinlich die Arctic Silver 5 gewesen, die aber nicht von der Firma Arctic stammt, sondern von der Firma Arctic Silver.
Arctic Silver 5
 
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VRAM schrieb:
So kennt man ihn den IT Boomer, versteht nicht, dass sich die Zeiten geändert haben und das alte Wissen längst überholt oder sogar falsch und gefährlich ist.
Haben sich die wärmeleitenden Materialen in 30 Jahren verändert? Ist Aluminium nicht mehr Aluminium und Kupfer nicht mehr Kupfer?

Ich sehe da in der Elektronik keine Neuerung. Silikonpaste ist immer noch unverändert im Einsatz. Klar gibt es inzwischen größere Chips, aber die sind ja nicht vom Endkunden zu warten, da ist bei CPUs ein Heatspreader drauf und auch darunter war auch bei Intel selbst schon mal Wärmeleitpaste.

Als Endkunde habe ich also einen Heatspreader, den ich in möglichst guten Kontakt mit dem Kühlkörper bringen muss, damit der Heatspreader nicht zu heiß wird. Bei Boxed-Kühlern gibt es dafür ein fertig aufgetragenes Medium. Sonst schmiert man den Kram halt selbst hin.

Irgendwelche Benchmarks oder gar regelmäßiger Tausch (!) irgendwelcher Knetpasten interessieren mich dabei überhaupt nicht. Wenn der Kühler sich erwärmt, hat es funktioniert und das Zeug bleibt drauf, bis die Kiste in den Schrott fliegt. Und ganz sicher werde ich nicht anfangen, mein Macbook Air aufzuschrauben, um da irgendwelche Pasten zu tauschen.
 
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Ich mochte die MX-4 Leitpaste viel lieber als MX-6.
Noctua NT-H2 habe ich jetzt häufiger genutzt, hat mir auch sehr gefallen.
Mir kommt es aber auch nicht auf 2-3 Grad unterschied an.

Viel wichtiger finde ich: Gutes auftreiben, lieber mit Spachtel verreiben statt Erbse oder Kreuz.
Und wenn man nach ein paar Jahren den CPU Kühler entfernt, möchte ich nicht das die Paste komplett hart ist und wegkrümmelt.

Ich habe aus einem Sale noch ganz viel MX-4 zu Hause mit den sehr guten Wärmeleitpasten Reinigungstüchern, die zwar erheblich stinken, aber extrem gut sind.
 
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Siebenschläfer schrieb:
Haben sich die wärmeleitenden Materialen in 30 Jahren verändert? Ist Aluminium nicht mehr Aluminium und Kupfer nicht mehr Kupfer?

Ich sehe da in der Elektronik keine Neuerung. Silikonpaste ist immer noch unverändert im Einsatz. Klar gibt es inzwischen größere Chips, aber die sind ja nicht vom Endkunden zu warten, da ist bei CPUs ein Heatspreader drauf und auch darunter war auch bei Intel selbst schon mal Wärmeleitpaste.

Als Endkunde habe ich also einen Heatspreader, den ich in möglichst guten Kontakt mit dem Kühlkörper bringen muss, damit der Heatspreader nicht zu heiß wird. Bei Boxed-Kühlern gibt es dafür ein fertig aufgetragenes Medium. Sonst schmiert man den Kram halt selbst hin.

Irgendwelche Benchmarks oder gar regelmäßiger Tausch (!) irgendwelcher Knetpasten interessieren mich dabei überhaupt nicht. Wenn der Kühler sich erwärmt, hat es funktioniert und das Zeug bleibt drauf, bis die Kiste in den Schrott fliegt. Und ganz sicher werde ich nicht anfangen, mein Macbook Air aufzuschrauben, um da irgendwelche Pasten zu tauschen.

Du gehörst wohl auch zu der Sorte. Dinge ändern sich nunmal von heute auf morgen, wer da nicht mitschwimmt, muss sich nicht wundern abzusaufen. Während du dich abmühst und nur miesere Ergebnisse liefern kannst, habe ich die MX6 oder 7 WLP verarbeitet und kümmere mich um neue Aufgaben. Und da wundern sich die Alten, warum sie ihre Jobs verlieren. Da ist jede weitere Diskussion überflüssig.
 
VRAM schrieb:
Während du dich abmühst und nur miesere Ergebnisse liefern kannst, habe ich die MX6 oder 7 WLP verarbeitet und kümmere mich um neue Aufgaben. Und da wundern sich die Alten, warum sie ihre Jobs verlieren. Da ist jede weitere Diskussion überflüssig.
Mit Sinnlosigkeiten wie Umgangsformen hältst du dich schon einmal nicht unnötig auf- weiter so!
 
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@VRAM Wenn ich lese, dass irgendwelche Wunder-Pasten nach zwei Jahren getauscht werden müssen, weil sie anfangen rauszulaufen und gar nicht mehr funktionieren, dann nehme ich sowas nicht.

Silikonpaste mit ein paar Silberpartikeln bleibt an Ort und Stelle und kühlt den Ivy Bridge mit zusätzlicher WLP unterm Heatspreader in den 7 Jahren von Inbetriebnahme bis zur Außerbetriebnahme nicht schlechter als direkt nach dem Auftragen.

Was hat sich denn da jetzt bei Arrow Lake geändert, außer dass HS wieder verlötet werden? Der Noctua-Kühler ist nämlich immer noch derselbe und macht, was ich erwarte: den HS durch direkte Auflage mit durch WLP verdrängter Luft kühl halten.

Was ist jetzt das Problem, das die hier vorgestellte Lösung sucht?
 
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FormatC schrieb:
Der Kern des Missverständnisses liegt sicher mal wieder darin, dass „akademisch“ und „wissenschaftlich“ häufig gleichgesetzt werden, obwohl sie methodisch und zielgerichtet etwas völlig Unterschiedliches bedeuten.
Schwierig und wenn ich das mitnehme, was ich im Studium zu wissenschaftlichen Test gelernt habe und was dafür die Anforderungen sind, dann deckt sich deine Aussage damit so überhaupt nicht.

Nehme ich mir mal deine Anforderungen direkt:
FormatC schrieb:
Er folgt definierten Normen oder normnahen Verfahren, etwa ASTM (bei mir 5470), ISO oder DIN, und zielt auf Reproduzierbarkeit, Vergleichbarkeit und technische Aussagekraft unter kontrollierten Randbedingungen ab.
Dann sind das alles Anforderungen, die mindestens erfüllt werden müssen, damit ein Test als transparent eingestuft werden kann, nur ist ein transparenter Test von einem wissenschaftlichen Test noch sehr weit entfernt und was du hier als akademischen Test aufmachst ist doch eher ein rhetorischer Kniff.

Ob dein aktuell transparenter Test wirklich ein wissenschaftlicher Test ist, müsstest du in einem akademischen Test erst einmal nachweisen. Wissenschaftlich wird ein Test erst, wenn er in einer Studie über tausende von Tests nachgewiesen hat, dass er wirklich zuverlässig ist.

Oder um es für alle abzukürzen:
Deine Tests erfüllen die Anforderung um als transparenter Test zu gelten. Nicht mehr und nicht weniger.
Damit deine Tests wirklich als wissenschaftliche Tests gelten, müsstest du in einer Studie nachweisen, dass dein Test wirklich wirklich zu verflässig ist.
 
VRAM schrieb:
So kennt man ihn den IT Boomer, versteht nicht, dass sich die Zeiten geändert haben und das alte Wissen längst überholt oder sogar falsch und gefährlich ist. Fällt natürlich nicht auf wenn man 30 Jahre stehen bleibt. Dabei wäre die Lösung so einfach gewesen

https://support.arctic.de/mx-6
Nanana ;). Bin weit weg von Boomer nur schon lange dabei. Vor 8 Jahren war die mx-2 noch aktuell. Habe ja auch die neue Paste genommen und weiß jetzt das Erwärmung hilfreich ist. Da muss man nicht gleich Unhöflich werden :).
 
@Siebenschläfer

"Silikonpaste mit ein paar Silberpartikeln" Elektrisch leitfähige WLP, was soll schon schiefgehen? Asbestplatten sollen auch ganz gut gegen Feuer und Schimmel helfen. Ich war auch 2012 als Tourist in Pripyat aber die Zeiten sind vorbei, ist heute nicht mehr möglich und deine alte Hardware spielt heute auch keine Rolle mehr, wir sind in ein paar Tagen im Jahr 2026 und die Hardware hat sich weiterentwickelt in den letzten Jahren im Gegensatz zu ein paar Oldschool WLP Fans.
Heutige Hardware hat eben eine höhere Anforderungen an die Kühlung, CPU und GPU mit mehreren hundert Watt Leitungsaufnahme die auf ein paar Quadratmillimetern abgeführt werden müssen, aber klar, werd glücklich mit 13 Jahre alter Hardware und Technik aus der Steinzeit. Deine alten WLP werden da garantiert nicht funktionieren.

@Anti-Monitor

einfach die Anleitung befolgen. Verstehe nicht, wie man sich so anstellen kann.
 

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