Ich halte die Übergangsphase (wie lang auch immer diese seien mag) bis hin zum wirklichen autonomen fahren, als kritisch, wenn der Fahrer der Testpilot für die ganzen Systeme wird. Jeder macht Fehler auch ich schließe mich davon nicht aus. Die Assistenssysteme sollen uns doch entlasten beim Fahren und vielleicht in extremen Situationen schneller bzw. richtig zu reagieren, als zu was wir da selbst im Stande währen und somit Unfälle vermeiden soll. Ich erlebe aber bei all dem Fortschritt eher das Gegenteil im Auto wenn man denn die Systeme machen lässt, oder die aufgezwungenen Systeme nicht ständig bei Fahrtantritt deaktiviert. Ich bin von 1997-2023 nur Fahrzeuge ohne fahreingreifende Systeme gefahren (Tempomat außen vor :-)) und alles war entspannt. Ich konnte beruflich jetzt ein paar neue Fahrzeuge über längere Zeit testen, was wirklich gut war um selbst die Eigenheiten erleben zu können. Aber mein Fazit zu der technischen und den gesetzlichen auferlegten Regelungen im Fahrzeug führen eher zum Stress beim fahren und provozieren auch mal grenzwertige Situationen. Man muss so konzentriert sein und das Auto so oft korrigieren, weil man einfach nicht weiß was als nächstes passiert und das führt bei mir echt zu Stress. Hier ein paar Aufzählungen was ich persönlich erlebt habe.
1. Thema Spurverlassenschutz:
Hier greift das System nicht nachvollziehbar ein, lenkt zu früh ein, orientiert sich im Schnee an Fahrspuren oder Schneekanten und nicht am Fahrbahnrand oder erkennt den Straßenverlauf nicht oder schützt mich in dem Moment nicht und ich konnte von der Straße auf einen dahinterliegend Platz rausfahren (provozierter Test) Das Auto fährt häufig auf Landstraßen ohne Markierung gefühlt irgendwo auf der Straße (gefährlich bei nicht einsehbaren Kurven wegen dem Gegenverkehr) und lenkt ständig gegen, wenn man rechts fährt.
2. Geschwindigkeitswarnung:
Die Fahrzeuge können einfach die Verkehrsvorschriften und Zeichen nicht umsetzen, gerade was bedingte Geschwindigkeiten angeht mit zum Beispiel dem Zusatzschild "scharfe Kurve" oder "Ampel" wo es anschließend wieder normal weiter geht, das Auto erkennt diese zeigt sie auch sauber im Tacho an, setzt diese aber anschließend falsch um, oder außerhalb der Ortschaft kommt man auf einer Straße mit Tempolimit z.B. 80 an einen Kreisel, dann muss jede Ausfahrt neu bewertet werden, nicht für das Auto es stand ja kein Schild da :-) es bleibt weiterhin das Tempolimit von davor bestehen. Teilweise orientiert sich das Fahrzeug auch primär nicht an Verkehrszeichen, sondern an teils alten oder komplett falschen Navi Daten, das Fahrezeug beschleunigt in einer Ortschaft mit kompletter 30er Zone auf plötzlich erkannte 100, was in einem E-Auto auch verdammt schnell geht. Oder man fährt einfach und plötzlich erkennt das Auto ein Tempolimit und man fängt an sich zu fragen, Mist habe ich geträumt, da war doch jetzt nichts oder habt ihr was gesehen? dies verunsichert mich teilweise komplett, fahre ich jetzt langsam und bin ein Bremsklotz für alle hintermir, oder fahre weiter und werde geblitzt? Selbst Korrekturen an diesen Daten (an denen sogar jeder mithelfen kann) brauchen Monate, um in die Fahrzeuge zu kommen. Der Fahrer muss jederzeit wissen was erlaubt ist und der kann sich nur an Verkehrszeichen orientieren.
3. Matrix-LED oder .-Laser
Wahnsinn wer da hinterm Steuer sitz, macht je nach Hersteller wirklich die Nacht zum Tag, bin völlig begeistert davon. Aber auch dieses System erkennt eben nicht wie so oft beworben andere Verkehrsteilnehmer und für diese wird es eher zu einem Blick in die Sonne und die sehen fat nichts mehr.
Straßen mit baulicher Trennung, hier trifft es meist die LKW Fahrer in Gegenverkehr. Einspurige Fahrzeuge vorraus werden nicht erkannt, fährt man in Senken wird der Gegenverkehr nicht ausgeblendet.
4. Car2x Kommunikation
Eine feine Sache, welche auch aktuell noch gut geschützt ist vor Manipulationen.
Aber auch hier hatte ich in den vergangen Monaten so 5-6 Falschinformationen und es wurde auf der Autobahn ein stehendes Fahrzeug vorraus gemeldet, ich habe aber nie eines stehen gesehen und dies verunsichert mich gerade auf wirklichen vollen Streckenabschnitten schon ein wenig. Mal sehen wann der erste sein Car2x ausgerüstet Fahrzeug unter einem Autobahnkreuz parkt, oder schlimmer die Daten verfälscht sendet.
5. Systemeinschränkungen wenn man die Syteme am ehesten benötigen würde.
An schönen Tagen braucht man vermutlich nicht viele Herlferlein, kurzer Aufmerksamkeitscheck. Wer kann sich an die letzte ABS Regelung auf Trockener Fahrbahn erinnern? Passiert eher nicht so oft. Die Systeme laufen unauffällig. Aber bei Regen Nebel und vorallem Frost, dauert es meist nicht lange, bis sich die Assistenssysteme zum Glück deutlich verabschieden und sich in die Koje legen, bis die Situation vorbei ist.
Wenn es tagsüber hell aber stark neblig ist, kommen einen fasst alle modernen Autos nur mit Tagfahrlicht entgegen was deren Erkennung natürlich deutlich verzögert, schlimmer ist es für den folgenden Verkehr, denn der fährt hinter einem komplett unbeleuchtetem Auto her
6. Bedienkonzepte
Hier gibt es die tollsten Dinge, ihr kennt sie alles, Tochbedienung durch unterschiedliche Menüs während das Fahrzeug sich bewegt, stellenweises mehrfaches Antippen bis die gewünschte Funktion an ist. Die Sprachsteuerung kann plötzlich bestimmte Sachen nicht, obwohl es eben noch funktioniert hat.
7. Ein Punkt den nicht jeder unbedingt auf dem Schirm hat, welcher auch nicht unbedingt mit der Technik an sich zu tun hat, welcher aber kommen wird, die Überprüfung all dieser Systeme im Umfang einer Hauptuntersuchung.
All das was das Auto macht und worauf es sich im Straßenverkehr bezieht, wird extrem aufwendig errechnet auf Bezugswerten. Wer sagt aber das diese Bezugswerte alle noch stimmen, ein kleiner Parkrempler den man nicht mal mitbekommen hat, hat den Sensor verstellt. Oder bremst das Auto zuverlässig vor einem Hinternis, erkennt es wirklich Verkehrszeichen. Der Prüfablauf wird von Umfang echt richtig komplexx und natürlich auch teurer, aber zum Glück haben sie die Tage beschlossen, dass die alten Fahrzeuge nicht jährlich zur HU müssen.
Fazit für mich:
Die ganze Informationsflut im Auto lenkt eher vom Fahren ab, als das es einen unterstützt. Man kann gar nicht so schnell die Reaktion des Autos auf plausibilität verifizieren, erst recht nicht in unbekannten Umgebungen, man muss gefühlt ständig das Auto korrigieren und konzentriert sich weniger auf die eigentliche Aufgabe als Fahrer nämlich dem Fahren. All diese Sachen führen bei vielen Menschen inklusive mir zu einer Art Ritual, welches dem Starten eines Hubschraubers ähnelt, Einsteigen, Zündung an, dann durch die Menüs oder Schalter hangeln, bis alle Assistenen ausgeschalten sind und erst dann kann es erst los gehen. Dadurch sind an und für sich richtig gut gedachte Systeme vom Start weg schlicht deaktiviert, was den Nutzen dieser natürlich verhindert. Ich habe den Systemen echt eine Chance gegeben mich zu überzeugen, aber ich schalte sie wieder ab.
So ich weiß jetzt schon nicht mehr, was ich oben alles an Text geschrieben habe in der ganzen Zeit, seht es mir nach.
Alles wird gut, irgendwann.