knoxxi schrieb:
Ich habe nun endgültig alle Windows Zelte abgerissen und habe mir einen Mac Mini M4 gekauft. Meine altgediente MX500 SSD nutze ich nun für Time Machine Backups.
Kann man im MS Account verbundelte Lizenzen irgendwie weitergeben?
Hatte ich auch mal überlegt, aber wegen Kosten und einer gewissen Inflexibilität bei Apple/macOS wieder verworfen. Für ein kleines Set-up vielleicht okay, aber nicht mit meiner Hardware, Software und den Anforderungen, die ich habe. Ganz zu schweigen vom erneuten Einarbeitungsaufwand.
Das wäre „aua teuer“ – und im Recording-Bereich glänzt Apple derzeit auch nicht mit dem neuen DriverKit-Treiberdesign. Speziell bei USB 3 und Interfaces mit sehr hoher Kanalzahl (über 40–60 Inputs/Outputs bis fast 200) gibt es deutliche Probleme. Früher, als 3rd-Party-Treiber noch als Kernel-Extension mit höherer Priorität liefen, gab es weniger Audio-Drops.
Apple ist für mich nur zweite, überteuerte Wahl: kaum aufrüstbar, besonders bei Custom-Set-ups mit mehr CPU/GPU, RAM und Storage. Dazu kommt, dass einige Applikationen gar nicht verfügbar sind, z. B. im Spielebereich. Früher konnte man Windows noch parallel installieren, solange Apple Intel-CPUs verbaute – das ist Geschichte.
Bei Linux fehlen klare kommerzielle Applikationen. Wer höhere Ansprüche hat, ist schlicht aufgeschmissen. Die Distributionsvielfalt schreckt Hersteller ab und erklärt die geringe Anzahl professioneller Anwendungen. Viele Bereiche haben de facto Standards, an denen man nicht vorbeikommt. Für mich allein schon ein kleiner Albtraum, vorher entscheiden zu müssen, welche Distribution die wenigsten Nachteile bringt. Einige gelegentliche Testinstallationen zeigen in verschiedenen Bereichen immer wieder Mängel auf, eine Folge von fehlender Standardisierung und dass auch jeder die GUI anders verfummelt.
Vergleichbare Gadgets wie bei Windows gibt es, nur hilft es absolut nicht weiter, wenn die eine unterschiedliche Größe haben, sodass man sie am Bildschirmrand nicht stapeln kann und andere "Klöpse".
Geschweige von den verschiedenen Package Managern. Manches funktioniert, manches, scheitert aber auch.
Also, von Vorteilen gar nicht zu reden.
Ich mache Unix seit den 80ern, kenne kommerzielle und nicht kommerzielle Systeme von Grund auf und arbeite beruflich im Enterprise/Data-Center-Umfeld. Es geht nicht darum, dass ich es nicht könnte oder Angst vor dem Umstieg hätte. Nein, es geht nicht, es fehlen Applikationen.
Linux ist für Server ok, aber auf dem Desktop hat es für mich nichts verloren.
Windows bietet im Prinzip nur eine Version mit leichten Abstufungen (Home, Pro etc.), aber damit lässt sich alles abdecken. Allein im Recording-Bereich müsste ich bei Linux Low-Latency- oder Real-Time-Kernel implementieren und Task-Priorisierung nacharbeiten – Aufwand ohne echten Vorteil.
800+ Linux-Distributionen für Use Cases oder Look & Feel sind purer Schwachsinn. Folge des Blödsinns von Eric Raymond („Cathedral and the Bazaar“). Viele Bastler ohne echte Betriebserfahrung verstehen die Zusammenhänge nicht oder wollen es nicht wissen. Daher werden wir wohl noch Jahrzehnte überwiegend mit Open-Source-Anwendungen kämpfen, die auf dem Desktop in vielen Bereichen schlicht nicht ausreichen. Anders gesagt: beschränkte Sichtweise, vor allem wenn man von Windows 11 wegwill (Bevormundung, Platform Bindung, Datenklau, Spitzel Implementierung von AI (Recall)).