Fighter1993 schrieb:
Es ist so. Beim Kabel kamen die 400K nicht an weil wie du sagst überbucht war. Das kann doch normal nicht sein.
Doch, das ist normal und hat schlicht wirtschaftliche Gründe. Die Infrastruktur auf den Worst Case (gleichzeitige Vollauslastung aller Anschlüsse) auszulegen, ist halt wirtschaftlich Wahnsinn. Entsprechend kalkulieren die ISPs mit einer üblichen Nutzung der Anschlüsse und dimensionieren Kapazität und Überbuchung so, dass diese übliche Nutzung gewährleistet ist. Der Worst Case tritt auch einfach viel zu selten auf, als dass sich eine entsprechend darauf ausgelegte Dimensionierung lohn.
Auch bei GPON gibt es diese Überbuchung, wenn auch nicht so extrem wie teilweise im Kabelnetz. Denn ein GPON-Strang kann maximal 2,5 Gbit/s im Download und 1,2 Gbit/s im Upload leisten, wo dann aber je nach ISP 16-64 Anschlüsse dran hängen, auf denen bis zu 1 Gbit/s buchbar ist. Die Telekom fährt derzeit glaube mit eine 1:32 Splitting, also 32 Anschlüsse an einer GPON-Leitung.
Aber auch bei (V)DSL und AON, wo man seine dedizierte Leitung mit deren vollen Kapazität für sich alleine hat, ist die nachgelagerte Infrastruktur nicht für den Worst Case dimensioniert. Spätestens der Uplink vom DLSAM oder dem PoP schafft dann auch nicht mehr so viel, wie bei bei Vollauslastung aller Anschlüsse anfällt.
Der OLT (Optical Termination Link), also der Uplink von der Vermittlungstelle oder dem PoP zum Backbone ist in der Regel mit (mehreren) 10G bis 100G Links aufgeführt. Je nachdem, wie viele Anschlüsse versorgt werden sollten und ob man Bandbreiten von GPON, XGS-PON oder AON kalkuliert. In der Praxis ist also auch der Uplink mit 1:20 bis 1:40 überbucht. Da findet das Sharing der Bandbreite halt nur nich schon auf der letzten Meile statt, sondern weiter hinten in der Kette.