Warum ist es eigentlich so schwer auszuhalten, wenn jemand anderes mit einem anderen OS zufrieden oder unzufrieden ist? An alle die schon auf W11 umgestiegen und zufrieden sind: Freut euch und genießt es. Und die, die andere Optionen nutzen, ebenso.
Ich persönlich bin da etwas Oldschool: Mein Lieblingswindows ist noch immer 7, das war für mich der Höhepunkt für Desktop Windows: Schnell, extrem stabil, sicher, gut bedienbar, einigermaßen konfigurierbar (Wer wollte, konnte sogar noch den W95-2000 Look einstellen) und alles aus einem Guss.
Seitdem war die Entwicklung aus meiner Sicht leider durchwachsen. Mein Eindruck ist, dass bei Microsoft andere Ziele im Vordergrund stehen: Schneller Durchbruch bei KI Integration, Anpassung an Geräte, die nicht mit Maus/Tastatur bedient werden, Anpassung an neuer Nutzer, die mit dem Smartphone groß geworden sind. Außerdem natürlich ein immer umfassendes User Tracking: Der Microsoft Account soll so universell werden, wie der Google oder Apple Account.
Und man muss neidlos anerkennen, dass Microsoft diese Ziele gut erreicht hat. Sie sind bei der KI Integration vorne mit dabei (wenn auch mit Fremd KIs, aber im Vergleich zu Apple oder Amazon, eigentlich auch Android deutlich weiter). Der MS Account ist etabliert und überall benötigt. Ja er bietet sogar mehr Komfort. Mit Windows-Edge-Linkedid-Outlook-Teams können sie Businessseitig die gesamte Kommunikation kontrollieren.
Macht das W11 zum OS meiner Wahl? Die Oberfläche ist einen Tick besser als W10, aber fühlt sich immer noch wie Stückwerk an. Sie ist aus meiner Sicht noch reduzierter (man könnte auch sagen heruntergedummt), es gibt kaum Einstellungen für Taskleiste und Startmenü, ich kann es nicht auf meine Bedürfnisse anpassen. Microsoft ist es auch nach 10 Jahren nicht gelungen, Systemsteuerung und "Einstellungen" zu vereinheitlichen. Man braucht weiter 2 Programme. An vielen Stellen nervt es mich, dass Dinge nicht (mehr) einstellbar sind, z.B. stört mich die 1/3 Teilung beim Anheften von Fenstern, ich hätte lieber 1/2 Teilung. Es gibt kaum Einstellungen für Fensterdekorationen. Die Updates sind im Vergleich zu anderer Software schlecht gelöst, jedes Programm muss sich selber um Updates kümmern, Windows Updates erfordern meist Neustarts, selber "Installieren und Herunterfahren" spielt Updates nicht vollständige ein, der nächste Start dauert länger. Im Vergleich zur Apple Welt ist die Akkulaufzeit von Notebooks ein Witz, das OS braucht zu viele Ressourcen.
Ich weiß, dass 90% der Nutzer ihr System nicht oder nur minimal Anpassen. Ich bin dagegen ein Nutzer, der die ersten Tagen und Wochen, ständig in den Optionen herumspielt, um Dinge anzupassen.
Die Hardwareanforderungen sind zwar verständlich, schließen aber in unserem Haushalt 3 von 4 Geräten aus. Ein Neukauf kommt für mich nicht nicht in Frage, weil die Geräte noch gut funktionieren.
Der Account-Zwang ist für mich ein absolutes No-Go, auch wenn ich es im Job zähneknirschend akzeptiert habe.
Situation bei mir: 2,5 von 4 Rechnern laufen mit Ubuntu/Kubuntu, mit dem ich sehr zufrieden bin. Ein Laptop läuft noch auf Windows 10 und lässt sich nicht upgraden. Mein Haupt-Desktop PC ist ein Dualboot Ubuntu/W10. Tatsächlich kann ich fast alles incl. Gaming auf Ubuntu machen. Für die wenigen Ausnahmen wird gelegentlich noch W10 gebootet.
Aus meiner persönlichen Sicht wirken Windows 10/11 von ihrer UI her wie kleine Open Source Projekte mit begrenzten Ressourcen. Dass z.B. bei einem kleineren Linux Desktop nicht alles rund läuft ist ok, aber warum es die Open Source Communities schaffen, bessere UIs als MS zu entwickeln, kann ich nicht nachvollziehen.