Banned schrieb:
Das ist richtig. Wobei ich beim Windows Explorer eine höhere abstrakte statistische Evidenz schon durch die Anzahl der Nutzer gegeben sehe. Wenn hier so ein Bug lange bestehen bleibt, wird sowas gewiss in Foren und der Presse breitgetreten. Dolphin hingegen ist ein Nischenprodukt.
In dem Punkt würde ich Dir teilweise Recht geben.
Nur ist Dolphin jetzt irgendwie auch nicht so "nischig" und KDE auch nicht so frickelig, das da irgendwie akzeptiert werden würde, wenn da am laufenden Meter Dateien kaputt gehen würden.
Viele Bugs entstehen ja auch häufig in besonderen Konstellationen. Das heißt, nicht jeder ist davon betroffen.
Das gleiche Problem hat natürlich auch Microsoft. Und klar. Wenn eine Sache groß wird, müssen die sich drum kümmern.
Aber viele Bugs bleiben bei Microsoft gerne mal liegen. Selbst wenn die bedeutend sind und gemeldet wurden.
Dazu gibts auch einige Beispiele.
Zum Beispiel gibts ja das
Project Zero. Das ist im wesentlichen eine von Google finanziertes Projekt, was bekannte Software (egal ob Open-Source oder Closed-Source) auf Sicherheitslücken abklopft.
Und wenig überraschend finden die auch hin und wieder was. Und jetzt auch nicht nur kleine Sachen, sondern auch größere.
Kurz um: Die haben sich durchaus einen Namen gemacht. Zumindest innerhalb der Softwareentwickler- und Security-Szene.
Und natürlich haben die auch auf Windows drauf geguckt wie beispielsweise hier:
https://project-zero.issues.chromium.org/issues/42451326
Und das muss man sich einfach mal vorstellen. Da kommen ein renommierte Experten auf Microsoft zu und sagen: "Guckt mal daundda hin. Da habt ihr ein Problem"
Und Microsoft so: "Öhm ja. Achso. Nö. Das finden wir nicht schlimm. Das kümmern wir uns nicht drum."
Also sie haben sich dann später doch noch drum gekümmert, das mehr Druck kam und es sich dann auch nicht mehr kleinreden ließ.
Was ich sagen will: Wenn Microsoft schon Bugmeldungen von solchen Leuten ignoriert, was passiert dann, wenn sich beispielsweise ein kleiner
andy_m4 darüber beschwert, wenn es ein Problem im Windows-Explorer gibt, den die dann vielleicht nicht mal auf Anhieb reproduzieren können.
Man kann also getrost davon ausgehen, das in Windows viele Bugs schlummern, die auch einfach nicht so groß bekannt werden.
Ich muss an der Stelle auch Microsoft ein bisschen in Schutz nehmen. Windows ist halt eine sehr große und komplexe Software und die zu managen ist nicht trivial und dann passieren solche Sachen.
Und selbst Microsoft hat begrenzte Ressourcen. Die werden ganz ganz viele offene Bugs haben, um die sie sich auch realistischerweise gar nicht kümmern können.
Ich will also nicht mal so weit gehen, denen da einen Vorwurf zu machen.
Es zeigt aber, das man eben nicht davon ausgehen kann, das die sich um jeden Bug zeitnah kümmern, selbst wenn der schwerwiegend ist oder selbst wenn der von seriöser Stelle gemeldet wird.
Banned schrieb:
Ich weiß natürlich nicht, wie viel das im Vergleich zu vergleichbarer Software ist.
Du wirst auch so ziemlich bei jedem Open-Source-Projekt viele offene Bugs finden. Also selbst bei denen, die gut geführt sind.
Man kann also getrost davon ausgehen, das es bei Closed-Source nicht viel besser ist. Ich würde sogar sagen, eher schlechter. Weil wenn Bugs nicht offen sind, dann hast Du ja viel weniger Anreiz die zu fixen.
Ich will hier an der Stelle den von Dir beobachteten Dolphin-Bug auch gar nicht irgendwie relativieren oder so. Ich hab da kein Einblick, wie relevant der ist, wann der Auftritt und ob der heute noch noch existiert.
Ich fand halt nur die Begründung diskussionswürdig. :-)
Und bei Dir weiß ich halt auch, das man so was sagen kann, ohne das die Diskussion ins Unsachliche abgleitet.